19.10.2017 - 12:56 Uhr
Sport

Monstergrätsche und eine Warnung Arjen Robbens neue Rolle bei den Bayern

Klare Sache, absolut verdient: Und doch gibt es nach dem 3:0 der Bayern in der Königsklasse gegen Celtic Glasgow auch kritische Stimmen. Einer ist, wie immer, der erste Mahner.

Bayern-Star Arjen Robben (Mitte) hatte schon vor dem Spiel gegen Celtic eine tragende Rolle: für eine neue Kampagne ("equalgame") der Uefa gegen Rassismus. Bild: Andreas Gebert/dpa
von Josef Maier Kontakt Profil

München. Arjen Robben war voll in Fahrt, sprintete Mitte der ersten Hälfte in der ihm typischen Art übers halbe Spielfeld - und setzte, nein nicht zum Torschuss, sondern zur Monstergrätsche gegen Scott Sinclair an. Der Offensiv-Star als Defensiv-Malocher. "Ja, ja, meine Grätsche", schmunzelte der Holländer in Bayerns Diensten. "Der Wahnsinn."

Die Stimmung wird beim FC Bayern immer besser. Nach dem 5:0 am Samstag gegen den SC Freiburg nun ein verdientes 3:0 am Mittwochabend in der Champions-League gegen Celtic Glasgow. Doch es gibt weiter Gesprächsbedarf. Und da ist Robben einer, dessen Aussagen schon aufgrund der Vereinszugehörigkeit (seit August 2009) Gewicht haben: "Wir dürfen jetzt nicht übertreiben. Vorher war nicht alles schlecht, jetzt ist nicht alles gut." Aber auch der 33-Jährige saugt die jetzt wieder bessere Atmosphäre auf. "Wir sind auf einem guten Weg, haben auch schon einiges verbessert." Aber das reicht, trotz des klaren Sieges gegen die Schotten durch Tore von Thomas Müller, Joshua Kimmich und Mats Hummels noch lange nicht. "Auch heute kann man einige Dinge ansprechen", sagte Robben und meinte damit nicht die positiven.

3:0 gewonnen, auf dem besten Wege ins Achtelfinale der Champions-League, das zweite Mal ohne Gegentor - was passt da nicht? Jupp Heynckes hakte da sogleich ein: "Auch solche Spiele muss man kritisch begleiten. Das ist meine Aufgabe", erklärte der aus dem Renten-Dasein geholte Trainer. Es gäbe einiges zu verbessern. Natürlich ärgerte ihn, dass die Bayern nicht weitere ihrer sehr guten Chancen zu Toren verwerteten. Noch ärgerlicher fand er, dass die technisch doch arg limitierten Celtic-Kicker in der zweiten Hälfte zwei, drei sehr gute Chancen hatte. "Da hat Sven Ulreich sehr gut reagiert." Jérôme Boateng wollte die Nachlässigkeiten nicht nur am Abwehrverhalten festmachen: "Wenn vorne Bälle verloren werden, hat jede Defensive Probleme." Zudem fehlte in diesem Spiel auch der an der Schulter verletzte Javi Martinez als "Staubsauger" im defensiven Mittelfeld. Sebastian Rudy ist da ein ganz anderer Spielertyp, der mit seiner durchdachten Art eher Akzente nach vorne setzt. Heynckes sagte dann, ganz nebenbei, noch einen Satz, der zur Richtlinie seines Schaffens in den nächsten Wochen und Monaten werden dürfte: "Es gibt derzeit andere Mannschaften, die in Europa führend und weiter als wir sind."

Nach einem klaren Erfolg über Nachlässigkeiten zu diskutieren, zeigt aber auch den neuen Ehrgeiz der Bayern. Sie vergaßen aber auch die vielen positiven Eindrücke nicht: "Wir haben von Anfang an Gas gegeben. Der Zug zum Tor war da", freute sich der Kapitän Thomas Müller. Trainer Heynckes tun sich derweil völlig neue Perspektiven auf. "Ich hab' dem Trainer schon gesagt: Wenn er mich als rechter Außenverteidiger braucht, bin ich da", grinste der von seiner Grätsche immer noch mächtig beeindruckte Arjen Robben.

Ich hab' dem Trainer schon gesagt: Wenn er mich als rechter Außenverteidiger braucht, bin ich da.Bayern-Angreifer Arjen Robben

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