30.05.2017 - 22:12 Uhr
Sport

Regensburg steigt in 2. Liga auf: Jahn versinkt im Jubel, 1860 im Chaos

Der SSV Jahn Regensburg spielt künftig in der 2. Fußball-Bundesliga. Nach dem 1:1 im Hinspiel siegt die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich mit 2:0 beim TSV 1860 München und macht den Durchmarsch von den Regionalliga in die 2. Bundesliga perfekt. Die "Löwen" sind künftig nur noch drittklassig und versinken im Chaos.

Lasst uns richtig feiern! Die Spieler des SSV Jahn Regensburg konnten es kaum fassen, der Drittliga-Aufsteiger aus der Oberpfalz spielt kommende Saison in der 2. Bundesliga. Bild: dpa
von Fabian Leeb Kontakt Profil

München. 62 200 Zuschauer in der prall gefüllten Allianz-Arena empfanden den Schlusspfiff von Schiedsrichter Daniel Siebert als Erlösung. Circa 10 000 Anhänger aus der Oberpfalz fielen sich völlig euphorisiert in die Arme und feierten mit der Mannschaft den Aufstieg in die 2. Liga. Die restlichen Zuschauer waren erleichtert, dass die Chaoten in der "Löwen"-Kurve keinen größeren Schaden angerichtet hatten und keine Spieler oder Polizisten zu Schaden kamen (siehe Bericht unten).

"Ich freue mich riesig für unsere Mannschaft, für den Verein und die ganze Stadt. Gleichzeitig will ich mich aber nicht zu emotional zeigen, weil ich weiß, in welch katastrophaler Situation sich unser Gegner jetzt befindet. Das gebührt der Respekt", sagte Jahn-Trainer Heiko Herrlich bei der Pressekonferenz. Eine Sekunde nach diesem Satz stürmten seine Spieler die Pressekonferenz und überschütteten ihren Aufstiegstrainer mit Bier. Doch Herrlich blieb selbst in dieser Szene ganz der respektvolle Sieger. "Entschuldigung 1860. Meine Spieler haben kein gutes Gespür für die Situation."

Keine Zweifel gab es im weiten Rund am verdienten Sieg des SSV Jahn. "Wir hatten eigentlich zu keiner Zeit Zweifel, dass es klappt. Wir sind ein geiles Team. Wir sind Techniker und Fighter in einem", war Kolja Pusch, Torschütze zum wichtigen 1:0 (30.), voll des Lobes. Als Marc Lais nur zehn Minuten später den zweiten Treffer nachlegte, war die Relegation quasi entschieden. Wieder traf der Aufstiegsheld per Kopf nach einer Maßflanke von Marcel Hofrath. Wie schon beim Hinspiel in Regensburg. "Wir sind allesamt Aufstiegshelden. Was wir diese Saison geleistet haben, hat uns vor der Serie niemand zugetraut", gab sich der 26-Jährige bescheiden.

Zu harm- und ideenlos präsentierten sich die Münchener "Löwen" in beiden Vergleichen. Besonders im zweiten Abschnitt vor heimischen Publikum lähmten der Druck und der Rückstand die Elf von Trainer Vitor Pereira. Der SSV Jahn hatte wenig Mühe, den Vorsprung zu verwalten. Viel mehr lag ein dritter Regensburger Treffer mehrmals in der Luft, während ein möglicher Anschlusstreffer für 1860 nur durch eine Zufallsaktion möglich gewesen wäre. "Wir haben das richtig gut gespielt. Flach von hinten raus kombiniert. Und endlich waren wir effizient. Aus den ersten fünf Chancen machen wir zwei Tore", analysierte Pusch.

Einen ganz starken Auftritt lieferte erneut Flügelflitzer Erik Thommy ab. Ob die Leihgabe vom FC Augsburg auch in der 2. Liga das Trikot des SSV Jahn tragen wird, wollte er nach dem Spiel nicht beantworten: "Jetzt feiern wird erst einmal. Ich weiß allerdings nicht genau, was die Jungs geplant haben." Da konnte ihm Markus Ziereis aus Neukirchen-Balbini weiterhelfen, der rekonvaleszent nicht im Kader stand: "Heute reißen wir Regensburg ein."München. Auch unmittelbar nach der Partie gab der TSV 1860 München ein trauriges Bild ab. Von den Verantwortlichen stellte sich niemand der Presse. Auch Vitor Pereiera ließ auf der Pressekonferenz keine Nachfragen zu. Vereinssprecherin Lil Zercher trat vor die wartende Medienschar und verkündete, dass weder Investor Hasan Ismaik noch der erst kürzlich installierte Geschäftsführer Ian Ayre im Stadion waren. Auf die Nachfrage, ob Ayre überhaupt noch Geschäftsführer sei, gab sie keinen Kommentar ab. Der "Kicker" vermeldet, dass sowohl Ayre als auch Pereira noch am Abend zurücktraten. Die "Löwen" müssen neben dem Abstieg der Profis auch den der zweiten Mannschaft in die Bayernliga sowie den der U19 und U17 aus der Bundesliga verarbeiten.

 

 

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