Spiel der Spiele
Bayern gegen Leipzig elektrisiert Fußball-Deutschland

"Wer Bayer Leverkusen und den VfL Wolfsburg akzeptiert, der darf auch mit RB Leipzig und Red Bull kein Problem haben." Zitat: Uli Hoeneß
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Bayern
20.12.2016
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München. Es ist das "Spiel der Spiele" in dieser Bundesliga-Hinrunde: Tabellenführer FC Bayern gegen den Tabellenzweiten RB Leipzig. Die "Abteilung Attacke" der Münchner bleibt vorher ungewohnt ruhig. Die Leipziger wollen den Bayern Beine machen.

Eines haben die mutigen Vollgas-Fußballer aus Leipzig schon vor dem Bundesliga-Kracher beim FC Bayern um Platz eins in der Winterpause gewonnen: die ungewohnt große Anerkennung der Münchner. Während aus dem Lager des 26-maligen deutschen Meisters ungewohnt milde Töne kommen, setzt der kesse Aufsteiger auch in der Heimstätte der ruhmreichen Bayern auf einen weiteren forschen und denkwürdigen Auftritt.

"Richtig spüren"

"Wir spielen nicht elfmal eins gegen eins, sondern einmal elf gegen elf", betonte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. Seine Mannschaft werde mutig, mit einem klaren Plan und viel Selbstvertrauen antreten. "Ich möchte schon, dass dieser Gegner über die 110 Kilometer unterwegs sein muss und am nächsten Tag spürt, dass er gegen RB Leipzig gespielt hat."

Nach den ersten 15 Spielen in der Bundesliga ist Leipzig punktgleich und damit tabellarisch auf Augenhöhe mit dem FC Bayern. Nur das bessere Torverhältnis spricht noch für den Titelverteidiger und gegen den Aufsteiger. "Sie sind Zweiter, sie spielen sehr gut, sie verdienen Respekt", sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge über die Leipziger. "Sie waren schon vom ersten Spieltag an auf einem sehr hohen Niveau. Wie gut sie es dann bestreiten, hat niemand erwartet. Für mich ist RB eine Mannschaft, der man gerne zuschaut", lobt sogar Bayerns Weltmeister Mats Hummels. Und diesmal gibt es selbst vom gerade erst wieder inthronisierten Bayern-Präsidenten nur Light-Sprüche: "Mir wäre es schon recht, Weihnachten mit ein paar Punkten Vorsprung auf Leipzig feiern zu können und Ruhe unterm Tannenbaum zu haben", sagte der 64-Jährige zum Topspiel am Mittwoch (20 Uhr/Sky). Was er grundsätzlich von diesem umstrittenen Club hält? "Wer Leverkusen und Wolfsburg akzeptiert, der darf auch mit RB Leipzig und Red Bull kein Problem haben."

Bleiern und träge

Natürlich ist den Münchnern nicht entgangen, dass der Bundesliga-Neuling in dieser Saison für genau das steht, was den Bayern in der Nach-Guardiola-Zeit abhanden gekommen zu sein scheint: für Tempo, Draufgängertum, Erfolgshunger und vor allem: für einen klaren Plan, der jedem Spieler in jeder Situation vermittelt, was er zu tun hat. Der maue Auftritt der Bayern in Darmstadt kam in weiten Teilen wie eine Antithese zum "Leipziger Starkstromfußball" ("Frankfurter Allgemeine Zeitung") daher: bleiern, inspirationslos, träge.

Umgekehrt wissen auch die Leipziger, dass ein solches Topspiel für sie neu und für die Bayern Alltag ist. "Was die individuelle Qualität betrifft, kommt wahrscheinlich der beste Gegner auf uns zu, gegen den wir jemals gespielt haben", sagte Rangnick. "Wenn wir dort gewinnen wollen, brauchen wir eine Leistung am Leistungslimit. Ich trau' uns das zu."

Wer Bayer Leverkusen und den VfL Wolfsburg akzeptiert, der darf auch mit RB Leipzig und Red Bull kein Problem haben.Uli Hoeneß
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