"Spiel der Spiele"
Leizig beflügelt nach München

Star-Trainer gegen Emporkömmling: Carlo Ancelotti (links) hat sicherlich keine Angst vor Ralph Hasenhüttl und seinen Leipziger Bullen. Unterschätzen sollten die Bayern den kessen Neuling aber keinesfalls. Bild: dpa
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Bayern
21.12.2016
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Normalität oder Ausnahmezustand? Im Jahres-Endspiel zwischen den jahrelang unantastbaren Bayern und dem rasanten Emporkömmling RB Leipzig entscheidet sich, in welcher Konstellation die Bundesliga in die Winterpause geht. Ein "wunderbarer" Abend - jedenfalls für den Gewinner.

München. Die Sache ist klar: Bayern muss, Leipzig will. Die ganze Fußball-Nation blickt gebannt nach München, wo am Mittwoch (20 Uhr/Sky) im großen Jahres-Endspiel die Machtverhältnisse in der Bundesliga aus den Angeln geraten könnten. "Es geht um mehr als drei Punkte", sagte Thomas Müller zur brisanten Kraftprobe um Platz eins an Weihnachten. "Klein gegen Groß, Aufsteiger gegen Bayern München" - nicht nur für Müller kommt das Allerbeste zum Schluss.

Duell der Gegensätze

Es ist kein Fußball-Klassenkampf. Dafür ist der vom österreichischen Getränkekonzern Red Bull gesponserte Liga-Neuling aus Sachsen viel zu gut aufgestellt und in Rekordzeit zu einem deutschen Spitzenclub mit internationaler Perspektive gereift. Trotzdem ist es ein Duell der Gegensätze: Rekordmeister gegen Rekordaufsteiger, Erster gegen Zweiter, erfahrene Weltstars gegen hungrige Talente sowie ein Trainer mit Weltruhm gegen einen landesweit bestaunten Projektentwickler. Und natürlich gefällt Ralph Hasenhüttl die komfortable Rolle als Herausforderer des dreimaligen Champions-League-Gewinners Carlo Ancelotti. "Der Gegner würde im eigenen Stadion alles andere als einen Sieg wahrscheinlich schon als Majestätsbeleidigung werten", sagte der Österreicher kess und versprach: "Wir werden mutig, mit einem klaren Plan und viel Selbstvertrauen auftreten."

Es ist das 25. Pflichtspiel von Ancelotti mit dem FC Bayern - und immer noch ist das Erscheinungsbild des Münchner Starensembles unter seiner Anleitung diffus. Das 1:0 in Darmstadt am Sonntag war mal wieder nicht Bayern-like. Gegen die auswärtsstärkste und zugleich jüngste Mannschaft der Liga werde "eine ordentliche Leistung" nicht reichen, ahnt Nationalspieler Mats Hummels.

Personell hat Leipzig ein kapitales Problem, wenn Naby Keita (Oberschenkel) im Mittelfeld ausfallen sollte. Die zuletzt beim FCB pausierenden Philipp Lahm und Robben sind einsatzbereit. Erwartet wird, dass Ancelotti gegen die konterstarken Leipziger mit seinen "Großen Vier" zum Angriff bläst, also im 4-2-3-1-System mit Lewandowski, Müller, Robben und Ribéry. "Der Schlüssel ist die Balance zwischen Offensive und Defensive", betonte Ancelotti: "Es gibt keine Revolution."

Das passende Schlusswort zum "fantastischen Spiel" (Ancelotti) sprach Thomas Müller: "Das Spiel ist als Jahresabschluss für ganz Fußball-Deutschland wunderbar. Für uns ist es auch wunderbar - falls wir gewinnen sollten." Bayern muss, Leipzig will. Schöne Bescherung.
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