02.07.2017 - 21:48 Uhr
Sport

Trainingsuaftakt bei den Bayern "Sind nicht verrückt"

Den Bundesliga-Rekordtransfer hat der FC Bayern schon getätigt - aber das muss es noch nicht gewesen sein. Coach Ancelotti deutete beim Trainingsstart an, dass weitere Stars folgen könnten. Einen speziellen Stürmer lobte er besonders.

Der Chef weist die Spieler, die Assistenten lauschen aufmerksam: Carlo Ancelotti (hinten von links), sein Sohn Davide und Neu-Co-Trainer Willy Sagnol leiteten die erste Trainingseinheit beim FC Bayern. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

München. Die Brisanz seiner Aussage über Alexis Sanchez wurde Carlo Ancelotti erst mit Verzögerung bewusst. "Alexis ist ein großartiger Spieler", antwortete der Trainer des FC Bayern auf die Frage, ob der Arsenal-Profi denn ein Wunschkandidat sei. Als der Dolmetscher schon von Englisch auf Deutsch übersetzen wollte, schob der Coach schnell hinterher, dass es "viele großartige Spieler auf der Welt" gebe. Das erste Training beim Rekordmeister war am Wochenende noch nicht losgegangen, da hatte ausgerechnet Ancelotti die Spekulationen um weitere Top-Neuzugänge befeuert. Als Bundesliga-Rekordeinkauf hatten die Münchner für 41,5 Millionen Euro Corentin Tolisso geholt, der zum Start in die Sommervorbereitung ebenso wie die meisten Kaderspieler fehlte. Der Franzose war laut Ancelotti der beste Spieler auf dem Markt und könne Routinier Xabi Alonso ersetzen. Womöglich war Tolisso aber nicht der letzte große Deal der Bayern in der aktuellen Transferperiode. "Wenn sich eine Gelegenheit ergibt, wird der Verein bereit sein", sagte Ancelotti.

Allerdings deutete der Trainer auch an, dass Bayern in aktuell teils absurden Multi-Millionen-Verhandlungen nicht unvernünftig werden wolle. Sanchez etwa verlangt wohl 25 Millionen Euro pro Jahr, was die Gehaltsstruktur im Kader sprengen würde. "In diesem Moment ist der Markt ein bisschen verrückt. Aber Bayern ist kein verrückter Club", meinte der Coach. Der Italiener berichtete, mit seinem jetzigen Kader "glücklich" zu sein und auch ohne weitere Neuzugänge an eine erfolgreiche Saison in Bundesliga und Champions-League zu glauben.

Ancelotti äußerte sich auch zu ...

... Neuzugang und U21-Europameister Serge Gnabry: "Er wird zunächst bei uns beginnen. Danach werden wir eine Entscheidung treffen."

... Joshua Kimmich: "Mein Plan mit Kimmich ist ziemlich klar, und ich habe das schon ein paarmal gesagt: Er wird unser Rechtsverteidiger sein."

... Stürmer Robert Lewandowski: "Lewandowski hat sich bei mir nie beschwert. Aber es gibt immer wieder Agenten, die viel zu viel reden. Es ist nicht das erste Mal, dass Berater in Zeitungen etwas Falsches sagen. Und es wird nicht das letzte Mal sein. In einer perfekten Welt reden Agenten nicht."

In den nächsten Wochen gibt es an der Säbener Straße also einiges zu klären. Beim Trainingsauftakt heißt es für Ancelotti und seinen neuen Co-Trainer Willy Sagnol improvisieren, fehlen doch die meisten Profis noch wegen Sonderurlauben, der U21-EM und dem Confederations-Cup. Nur sechs gestandene Spieler - Mats Hummels, Thomas Müller, Javi Martinez, Franck Ribéry, Juan Bernat und Kingsley Coman - machten die Einheit mit.

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