Zwei klasse Kopfballtorte
SSV "Jann" Regensburg siegt in Ingolstadt

Jahn-Kapitän Marco Grüttner (links) gab zwei Torvorlagen und setzt sich hier im harten Zweikampf gegen Ingolstadt Innenverteidiger Hauke Wahl durch. Bild: Sascha Janne
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Bayern
20.08.2017
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Jann George (vorne, weißes Trikot) kann es nicht nur mit dem Fuß: Der Flügelflitzer des SSV Jahn Regensburg steuerte beim 4:2-Derbysieg in Ingolstadt zwei Treffer per Kopf bei. Bild: Sven Hoppe/dpa

Mit seinen 1,76 Metern ist er eher Mittelmaß im Team des SSV Jahn Regensburg - am Sonntag war Jann George der Größte. Nicht nur mit Toren glänzte der wuchtige Stürmer. Auch mit ehrlicher Analyse.

Regensburg/Ingolstadt. Tradition hin oder her, der SSV Jahn Regensburg heißt zumindest für zwei, drei Tage SSV "Jann" Regensburg: Stürmer Jann George ebnete am Sonntag mit seinen zwei Kopfballtreffern den Weg für den 4:2-Erfolg beim FC Ingolstadt. Damit feierte der Neuling aus der Oberpfalz den ersten Sieg in dieser Zweitliga-Saison. Erstliga-Absteiger Ingolstadt ist auch nach drei Spielen noch punktlos.

Das Lob über seine beiden tollen Kopfballtore prasselte an Jann George schnell ab: "Ich bin ganz zufrieden mit meiner Leistung", meinte der gebürtige Nürnberger, "aber wir haben auch zwei Tore kassiert. Und die dürfen so nicht fallen."

Die zwei Gegentore waren aber nach dem Spiel bei den Kollegen schnell Nebensache: "Ich denke über die ganze Distanz gesehen, war das ein verdienter Sieg", sagte Abwehr-Haudegen Sebastian Nachreiner. Der Jahn war schon in der ersten Hälfte überlegen und hatte die Anfangseuphorie der Ingolstädter schnell gebremst. Die 1:0-Führung durch Joshua Mees nach knapp einer halben Stunde ging völlig in Ordnung.

Ingolstädter Sturmlauf

Nach der Pause kamen die Gastgeber aus Ingolstadt wie Irrwische aus der Kabine. Und ehe sich die Regensburger versahen, lagen sie durch die Tore von Sonny Kittel (54.) und Marvin Matip (58.), der mit einem wuchtigen Kopfball traf, mit 2:1 in Führung. Diese irren 15 Minuten hätten dem Jahn fast den Sieg gekostet. Nachreiner wurde aber nicht nervös: "Wieso auch? Wir hatten doch noch 30 Minuten Zeit." Und die nutzten die Regensburger optimal. Mit seinen zwei Kopfballtoren (73./79.) drehte George die Partie, ehe Jonas Nietfeld in der Nachspielzeit mit dem 4:2 vor gut 13 000 Zuschauern noch einen drauf setzte. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft", sagte Jahn-Trainer Achim Beierlorzer, der ebenfalls von einem verdienten Sieg sprach.

Adamyan an die Latte

Wenn er nicht als verantwortlicher Coach auf der Bank gesessen hätte, dann hätte er dieses rassige Kampfspiel einfach nur genossen: "Es ging hin und her", beschrieb Beierlorzer die - manchmal auch naive - Herangehensweise der beiden Teams. Chancen gab es zuhauf, Sargis Adamyan traf bei den Regensburgern auch noch die Latte. Beierlorzers Fazit: "Es wurde um jeden Meter gefightet." Wobei überraschenderweise der Neuling insgesamt den viel reiferen Eindruck machte als der Bundesliga-Absteiger. "Wir sind einfach nicht gefestigt", war die überraschende Analyse des Ingolstädter Trainers Maik Walpurgis. Die Abwehr wackelte bedenklich, dabei verteidigten in der Mitte mit Marvin Matip und Romain Brégerie zwei erstligaerfahrene Spieler. Der Franzose verschätzte sich vor dem Regensburger 1:0 böse. "Irgendwie ist das verhext, wenn bei uns einer einen Fehler macht, folgt schon der nächste", erklärte der frustrierte Brégerie.

Mit etwas Glück hätte das ganze Ding am Sonntag aber auch noch in die andere Richtung kippen können, wie Jahn-Coach Beierlorzer ehrlich zugab: "Die Ingolstädter hätten nach ihrem 2:1 auch das 3:1 nachlegen können." Machten sie nicht - und dann kam George. Der SSV "Jann" Regensburg hatte zurückgeschlagen.

Ich bin stolz auf meine Mannschaft.Jahn-Trainer Achim Beierlorzer
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