28.10.2017 - 21:43 Uhr
Sport

RB Leipzig in Unterzahl chancenlos FC Bayern gewinnt im Schongang

Jeder gute Blockbuster bekommt auf der Leinwand einen zweiten Teil. So auch der Bundesliga-Kracher zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig. Drei Tage nach dem Pokal-Thriller in Sachsen folgt die Neuauflage in der Bundesliga - diesmal in der Münchener Arena. Nur mit ganz anderem Verlauf.

Die spielentscheidende Szene nach elf Minuten: Rot für Leipzigs Willi Orban und lange Unterzahl für RB Leipzig in München.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Der FC Bayern schlägt RB Leipzig in der eigenen Arena mit 2:0 (2:0). James Rodriguez und Robert Lewandowski erzielten die Treffer zum ungefährdeten Erfolg, der bereits zur Pause feststand. Die Gäste agierten lange in Unterzahl, weil Verteidiger Willi Orban früh nach einer Notbremse an Arjen Robben die Rote Karte gesehen hatte. Da auch Dortmund in Hannover patzte, grüßt der Rekordmeister wieder von Platz 1 der Fußball-Bundesliga.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes wechselte seine Startformationen gegenüber dem Vorspiel in Leipzig auf drei Positionen. James Rodriguez, Sebastian Rudy und Javi Martinez begannen anstelle von Arturo Vidal, Corentin Tolisso und dem verletzten Kingsley Coman. Bei Leipzig ersetzte Coach Ralph Hasenhüttl Kevin Kampl durch Diego Demme sowie Jean-Kevin Augustin durch den Mittwochs-Pechvogel Timo Werner - sein missratener Strafstoß hatte die Pokal-Partie zungunsten der Bayern entschieden.

Früher Platzverweis

Bereits nach elf Minuten erlebte diese mit Spannung erwartete Spitzenpartie des 10. Spieltags die entscheidende Wendung: Leipzigs Verteidiger Willi Orban konnte Arjen Robben kurz vor dem Strafraum nur mehr regelwidrig stoppen. Schiedsrichter Daniel Siebert war sich der Bedeutung seiner Entscheidung bewusst und konsultierte nach einer Unterredung mit dem Videoassistenen Dr. Jochen Drees in Köln selbst das am Spielfeldrand positionierte Schiri-TV-Studio. Die Folge nach über drei Minuten Bedenkzeit: Rot für Orban und gute 77 Minuten Überzahl für den FC Bayern. Déjà-vu für die Sachsen, bereits im Pokal mussten sie ab der 54. Minute bis zum Elfmeterschießen in Unterzahl agieren, nachdem Naby Keita Gelb-Rot gesehen hatte. Doch diesmal spielten die Bayern ihre personelle Überlegenheit in aller Ruhe aus und erzielten scheinbar mühelos zwei Treffer zur beruhigenden 2:0-Pausenführung. James (19.) und Robert Lewandowski (38.) versetzten den geschockten Gästen frühzeitig den Todesstoß. Der Pole wurde unmittelbar nach seinem zehnten Saisontreffer an der Außenlinie behandelt und noch vor dem Pausenpfiff wegen Oberschenkelbeschwerden gegen Arturo Vidal ausgetauscht. Die Gedanken der Bayern gingen bereits zur Pause in Richtung Celtic Glasgow (Dienstag) und Borussia Dortmund (Samstag). Die dezimierten "Bullen" waren bemüht, doch ihnen fehlte einfach ein Mann zur Umsetzung ihres so laufintensiven Spielstils.

Langweilige zweite Hälfte

Die Geschichte der zweiten Hälfte ist fix erzählt: Beide Teams schalteten in Anbetracht der bevorstehenden Aufgaben in der europäischen Königklasse am Dienstag (der FCB bei Celtic Glasgow) und Mittwoch (Leipzig beim FC Porto) in den Verwaltungsmodus. Die Bayern ließen den Ball in den eigenen Reihen laufen, präsentierten sich offenisv aber ohne Lewandowski so gefährlich wie ein zahnloser Tiger. Und Leipzig hatte sich bereits zur Pause mit der Pleite abgefunden und schonte sämtliche Körner - physisch wie psychisch. Kein Aufbäumen, kein Anrennen, kein Glaube an eine Wende gegen Bayern im Schon-Modus. Für die 75000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz-Arena verkam der als Kracher angepriesene Liga-Gipfel so zum Langweiler.

Den Bayern war es recht: Aus fünf Punkten Rückstand vor drei Wochen sind mittlerweile drei Zähler Vorsprung auf Borussia Dortmund in der Bundesliga-Tabelle geworden. Und dort wartet am nächsten Samstag das nächste Topspiel. Hoffentlich dann über 90 Minuten elf gegen elf.

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