ADAC wieder mit Aufschwung
In der Spur

ADAC-Präsident Markl im Foyer des Hauptsitzes in München. Bild: dpa
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Bayern
16.12.2016
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Jeder vierte Deutsche ist ADAC-Mitglied. Nach den Skandalen startet der größte Verein der Republik im Januar in neuer Aufstellung. Das Echo ist positiv.

München. Drei Jahre nach den Manipulationen beim Autopreis Gelber Engel steht die Reform des ADAC jetzt vor dem Abschluss. Am 1. Januar nehmen die vom Verein getrennte Aktiengesellschaft und die neue Stiftung ihre Arbeit auf. Transparency-Deutschland-Chefin Edda Müller lobt: "Ich sehe den ADAC auf dem richtigen Weg." Sogar die Konkurrenz äußert sich wohlwollend: Der ADAC habe sich geöffnet, "wir arbeiten stärker zusammen", sagt Anja Smetanin, Sprecherin des Verkehrsclubs VCD.

Im laufenden Jahr ist Deutschlands größter Verein auch wieder kräftig gewachsen: 19,6 Millionen Mitglieder zählt er heute - über eine halbe Million mehr als vor der Krise. Der Ruf des ADAC sei fast wiederhergestellt, sagt Club-Präsident August Markl. "Wir sind als Gesprächspartner wieder gefragt." Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) berief Markl zusammen mit Forschern, Juristen und einem Bischof in die Ethikkommission für autonomes Fahren.

Der 68-jährige Arzt treibt den Umbau des Vereins seit dem Abgang seines Vorgängers Peter Meyer 2014 entschlossen voran. Natürlich sei es zunächst eine Katastrophe gewesen. Aber "die Reform des Clubs war überfällig. Wir mussten uns modernisieren und haben die Chance genutzt." Lange hatte der ADAC Verbraucherschutz, Vereins- und Wirtschaftsinteressen vermischt - deswegen steht der Vereinsstatus samt Steuervorteilen und Ehrenamt auf der Kippe. Aber nun sind die Aufgaben getrennt.

Ab Januar firmieren die ADAC-Versicherungen samt Kreditkartengeschäft, Autovermietung und Verlag als Aktiengesellschaft mit eigenem Vorstand. Im vergangenen Jahr machte der Konzern 1,2 Milliarden Euro Umsatz und 86 Millionen Euro Gewinn. Dieses Jahr ist ähnlich gut gelaufen. Das Versicherungsgeschäft dürfte weiterhin erfolgreich bleiben, sagt Markl.

Junge Mitglieder

Trotz vieler Treppenlift-Anzeigen in der Club-Zeitschrift: Das Durchschnittsalter der ADAC-Mitglieder liegt bei nur 45 Jahren. Junge Leute mit alten Autos brauchen eben häufiger Pannenhilfe. Markl umwirbt sie auch gezielt mit digitalen Angeboten zur persönlichen Mobilität: "Das ist einer der Schwerpunkte für die kommenden Jahre, da wollen wir am Ball bleiben." Krise und Reformen haben den ADAC annähernd 40 Millionen Euro gekostet. Dennoch sind die Beiträge seit drei Jahren stabil. Eine Erhöhung sei nicht geplant. Und mit der neuen Aufteilung ändere sich für die Mitglieder gar nichts. Auch die Plus-Mitgliedschaft mit Versicherungsschutz bleibe unverändert.
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