30.03.2018 - 22:20 Uhr
Deutschland & Welt

Aufruf bei den Karfreitagspredigten in Bayern Verständigung der Religionen

München/Nürnberg. Die Karfreitagspredigten der bayerischen Bischöfe haben Aufrufe für eine friedliche Verständigung der Religionen und Kulturen und zur tatkräftigen Unterstützung verfolgter Menschen bestimmt. In den Gottesdiensten gedachten die Christen des Leidens und Sterbens Jesu am Kreuz. Deshalb schwiegen als Zeichen der Trauer in vielen Gemeinden die Glocken, manchmal war auch der Altar schwarz verhängt. In der Münchener Matthäuskirche erinnerte der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm an die verfolgten Menschen in aller Welt, die "nur wegen ihres Bekenntnisses an Leib und Leben bedroht werden". Menschen würden verfolgt, "weil sie sich in ihren Ländern für die Menschenwürde, für Gerechtigkeit und Freiheit einsetzen". Bei dem traditionellen "Kreuzweg der Völker" durch die Münchener Innenstadt rief Kardinal Reinhard Marx die Christen auf, sich insbesondere den Muslimen zuzuwenden und Begegnungen mit ihnen zu suchen. Nur auf diese Weise könnten Vorurteile und Missverständnisse überwunden werden und ein "Geist des Friedens" entstehen. Christen müssten jede Form von Hass verurteilen, der sichtbar werde, wenn Menschen angegriffen, Kirchen, Synagogen oder Moscheen angezündet und geschändet werden, sagte der Erzbischof von München und Freising. Karfreitag gibt den Menschen nach Überzeugung des Regensburger Regionalbischofs Hans-Martin Weiss den Menschen eine Vorstellung von Krankheit und Tod. Die "sperrige Gestalt" des Jesu am Kreuz haben wenig zu tun mit dem eigenen Lebensgefühl, das Leben in vollen Zügen genießen zu wollen, betont der evangelische Theologe in einem Geistlichen Wort. Das Kreuz stehe aber auch deutlich dafür, dass Not und Tod genauso zur Welt gehören wie das Leben und die Freude.

von Agentur EPDProfil

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