08.09.2017 - 00:20 Uhr
Deutschland & Welt

Ausbildung im Fleischerei-Bereich eröffnet Berufsstartern vielfältige Möglichkeiten Arbeiten mit Lebensmitteln

Eine abwechslungsreiche Ernährung mit frischen, hochwertigen Lebensmitteln liegt bei jungen Menschen voll im Trend. Besonders spannende Perspektiven eröffnet hier das Fleischerhandwerk. Kaum ein anderer Beruf bietet dermaßen viele Chancen sowie zugleich Abwechslung und Sicherheit.

Viele Möglichkeiten bieten sich Azubis im Fleischerhandwerk. Bild: exb
von Azubi 2018Profil

Wer im Fleischerhandwerk durchstartet, braucht sich um seinen Arbeitsplatz garantiert keine Sorgen zu machen.

Sehr gute Chancen

Die Branche hat für Neueinsteiger auch künftig goldenen Boden: Viele Meisterbetriebe suchen gut ausgebildete Fachkräfte - und tüchtige Nachfolger. Ob eine sichere Anstellung mit besten Aufstiegschancen der Traum ist oder sogar ein eigenes Geschäft - als Fleischer kann man ihn schneller wahr machen als anderswo.

Wie eh und je stehen bei vielen Menschen Fleischprodukte auf der Wunschliste ganz oben - vom Kotelett über Putenmedaillons bis zum Schweinebraten. Deshalb lernen angehende Fachkräfte in der Fleischerbranche nicht nur, wie man frische Fleischspezialitäten und Wurst für Aufschnitt herstellt. Sie bringen auch eigene Ideen für neue Kreationen wie beispielsweise würzige Sonntagsbraten oder delikate Fleischpfannen ein.

Kräftig anpacken ja, Knochenarbeit nein: Eine Ausbildung im Fleischerhandwerk ist die richtige Wahl für alle, die gern praktisch arbeiten. Zwar ist auch heute noch körperlicher Einsatz gefragt. Doch im Gegensatz zu früher ist der Beruf des Fleischers heutzutage kein purer Kraftakt mehr. Deswegen gibt es auch immer häufiger junge Frauen, die diesen abwechslungsreichen Beruf ausüben.

"Als Fleischer/-in weißt du, woran man gutes Fleisch erkennt, wo man es herbekommt - auch unter Berücksichtigung des Tierschutzes -, wie es zugeschnitten werden muss, damit es perfekt gelingt und welches Teilstück für welches Gericht das beste ist", wissen die erfahrenen Ausbilder.

Im Alltag nehmen Fleischer modernste Maschinen zur Hilfe, brauchen aber neben technischem auch handwerkliches Geschick. Außerdem helfen ein ausgeprägter Geschmacks- und Geruchssinn sowie Organisationstalent. Eine gute Portion Serviceorientierung und Kreativität runden das Profil ab.

Alles außer Langeweile

Die dreijährige Ausbildungszeit zum Fleischer umfasst die betriebliche Ausbildung sowie Berufsschule und überbetrieblichen Unterricht. Bei entsprechenden Leistungen kann man aber auch schneller ans Ziel gelangen. Der Tagesablauf eines Fleischers ist äußerst abwechslungsreich, wie das Beispiel von Sebastian zeigt:

5.30 Uhr: Ankunft im Betrieb. Sebastian ist diese Uhrzeit gewohnt. Heute fährt er direkt zum Schlachthof. Dort holt er die Schweinehälften ab, die zu Fleischwaren und Wurst weiterverarbeitet werden. Im betriebseigenen Kühltransporter bleibt das Fleisch frisch!

7.00 Uhr: Die Schweinehälften kommen an. Eine Stunde später sind Sebastian und sein Kollege zurück vom Schlachthof. Jetzt wird das Fleisch aus dem Kühlwagen direkt in die Wurstküche transportiert. Damit es schnell geht, verarbeiten alle Kollegen gleichzeitig das Fleisch weiter.

9.00 Uhr: Bratwurst entsteht. Sebastian produziert im Laufe des Vormittags meterweise spanische Bratwurst, eine Spezialität seines Betriebs. Neben Fleisch kommen noch Gemüse, Kräuter und Gewürze hinein. Sebastian hat alle Zutaten genau im Kopf.

10.30 Uhr: Lieferungen an Kunden. Heute benötigt ein Kunde eine größere Fleischmenge für eine Veranstaltung, ein Wurstpaket geht an ein älteres Ehepaar, das nicht mehr so gut laufen kann. Alles in den Transporter und auf geht's quer durch die Stadt. Sebastian kennt die meisten Wege aus dem Kopf.

11.00 Uhr: Mittagspause

12:00 Uhr: Kunden bedienen. In der Mittagszeit hilft Sebastian im Ladengeschäft mit. Er hat sich extra umgezogen! Es ist eine Menge los, denn schließlich gibt's Kassler mit Püree! Bei Kundenfragen zählt jetzt Fachwissen: Welche Wurst ist fettarm, wie lange braucht Geschnetzeltes in der Pfanne und wann gibt's wieder frisches Roastbeef?

13:00 Uhr: Fleisch pökeln. Nach dem Mittagsgeschäft geht für Sebastian die Arbeit in der Wurstküche weiter. Es wird gepökelt, das heißt Fleisch oder Wurst werden mit Kochsalz und Pökellake behandelt und so haltbar gemacht.

14.00 Uhr: Sauber machen. Täglich wird die Wurstküche nach der Produktion blitzblank geputzt. Da alle mit anfassen, geht das auch ganz schnell. Hygiene ist das A und O, denn schließlich wollen morgen früh alle mit sauberen Maschinen und Werkzeugen arbeiten.

14.30 Uhr: Feierabend. Geschafft! Feierabend - oder wohl besser Feiernachmittag! Schnell noch duschen, umziehen und ab nach Hause. Jetzt hat Sebastian viel Zeit für Freunde und Hobbies.

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