Ausstellung im Steingraeber-Haus - Gralsglockenklavier von 1882
"Goldene Klänge im mystischen Grund"

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Bayern
14.08.2014
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"Goldene Klänge im mystischen Grund - Musikinstrumente für Richard Wagner" - so heißt eine Ausstellung, die derzeit bei freiem Eintritt im Steingraeber-Haus Bayreuth gezeigt wird. Das berühmte Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig hatte im vergangenen Jahr eine spannende Jubiläumsausstellung organisiert, die nun zur Festspielzeit zu einem Großteil neu erlebt werden kann.

Zeitlebens trug sich Wagner mit Ideen zu neuartigen Klangeffekten oder Musikinstrumenten mit größerem Tonumfang beziehungsweise mehr Klangfülle. Für deren Realisierung war er auf den Austausch mit den Instrumentenbauern angewiesen. Kannte er einige nur durch Briefwechsel oder über Dritte, hatte Wagner zu vielen auch jahrelang persönlichen Kontakt, der ihn zu neuen Ideen führte.

Richard Wagner war bis ins hohe Alter Neuem stets aufgeschlossen. Er bediente sich der neu aufgekommenen Ventilinstrumente, nahm Kontra-Fagotte und Ritter-Bratschen, Holzhörner und Kuhglocken, Nachtwächter-Signale oder Geräusche einer Blechschmiede in seine Werke auf. Betont sparsam setzte er in seinen Opern Effekt-Instrumente wie Trommel-Donnermaschinen, gestimmte Ambosse oder Hängebecken ein.

Anhand von Fotos und Instrumenten erhalten die Besucher der Ausstellung Einblicke, worüber sich der Komponist wegen geschenkter, geliehener oder auf Abzahlung gekaufter Tasteninstrumente freute oder ärgerte.

Dank einer Leihgabe von Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner wurde die Ausstellung spektakulär erweitert: Das erste Steingraeber-Gralsglockenklavier von 1882 steht erstmals der Steingraeber-Gralsglocke von 1914 gegenüber. Am 26. Juli 1882 stand das kuriose Instrument für "Parsifal" zur Verfügung und wurde zusammen mit vier Gongs und der Basstuba in Bayreuth als Glockenersatz gespielt.

Das Glockenklavier von 1882 hat nur vier breite Tasten für die vier Glockentöne und je sechs extra dicke Saiten. Ein Pedal ermöglicht die Dämpfung. Zuletzt war es in Wolfgang Wagners erster Inszenierung von 1975 bis 1981 im Bayreuther Festspielhaus zu hören.

Steingraeber-Gralsglocken der zweiten und dritten Generation wurden ab 1911 konstruiert und ab 1913 weltweit verkauft: Sie sind wie ein Hackbrett zu spielen. Die stetig höher werdenden Stimmungen erforderten die Verstärkung durch einen Gussrahmen.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.steingraeber.de
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