19.09.2016 - 02:00 Uhr
Deutschland & Welt

Ausstellung mit vielen Facetten zur Entwicklung des Wintersports im Fichtelgebirge: Mit Mausefallenbindung

Grassemann. Im Freilandmuseum stand der Winter - genauer gesagt der "historische Wintersport im Fichtelgebirge" im Mittelpunkt. Ein Winter ohne Sportler auf Pisten und Loipen ist heute undenkbar. Vor etwa 150 Jahren waren die berühmten Bretter jedoch nahezu unbekannt. Von Skandinavien ausgehend, breitete sich der Wintersport erst im ausgehenden 19. Jahrhundert zunehmend auch in Deutschland aus.

Skikleidung von anno dazumal, und dazu auch noch selbst gestrickt. Ausstellungsmacherin Susanne Steinlein (rechts) ist stolz auf ihr Werk. Bild: gis
von Gisela KuhbandnerProfil

"Die neue Sportart fand in kurzer Zeit viele begeisterte Anhänger und entwickelte sich nach und nach zu einem Wettkampf- und Modesport, der in vielen Gegenden Deutschlands den Tourismus belebte", berichtete Naturparkmitarbeiterin Karen Görner-Gütling bei der Eröffnung der neuen Ausstellung.

Skier mit einfachen Lederriemen, hergestellt um die Jahrhundertwende, lehnen neben neueren Modellen. Vielbeachtet wird der alte Schlitten, den Walter Steinlein aus Bayreuth aus den Trümmern gerettet hat, als 1945 sein Elternhaus Bombenangriffen zum Opfer fiel. . Seine Tochter Susanne hat - zusammen mit Fritz Frosch - die Exponate zusammengetragen, gesammelt, mit alten Leuten geplaudert, um die Entwicklung des Wintersports in der Region anschaulich nachzeichnen zu können. Anhand dieser Infos kann sich der Besucher nun ein Bild machen von der Vergangenheit bis in die Moderne - von den Wintersportzügen beispielsweise aus Nürnberg, Bamberg und Bayreuth, die den Schneetourismus kräftig ankurbelten und in den 20er Jahren an jedem Schnee-Wochenende bis zu 120 Skifahrer in die Ochsenkopfregion brachten.

Aber auch heute wieder lockt das Fichtelgebirge mit einem breiten Angebot, besonders im alpinen und nordischen Skisport. So spannt die Ausstellung einen großen Bogen von der historischen Rückschau auf die Anfänge des Wintersports im Allgemeinen und im Fichtelgebirge im Besonderen, über die Entwicklung von Ausrüstung und Kleidung, die unterschiedlichen Wintersportarten bis hin zu Wintersportgrößen der Region (etwa Martin Puchtler und seine Kurzskimethode, Olympiateilnehmer im Skispringen Henrik Ohlmeyer oder der mehrfache deutsche Meister im Langlaufen Walter Demel). Wer wissen möchte, was eine Teufelskappe oder eine "Mausefallenbindung" ist, wer Ski-Amazonen mit Rock und Hut bestaunen oder mehr über die "Einstocktechnik" erfahren will, der ist in der neuen Ausstellung richtig.

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