31.08.2017 - 22:02 Uhr
Deutschland & Welt

Bauern profitieren von Sennereien Alles Käse oder was?

Blaichach. 50 Cent bekommt ein Bauer für einen Liter Milch, den er der Käserei in Gunzesried bei Blaichach liefert. Der reguläre Milchpreis in Bayern lag im Juli bei rund 36 Cent. In Gunzesried, in der ältesten Sennerei Bayerns, sind die Milchpreise stabil, sagt Vorstandsmitglied Peter Haslach - im Unterschied zum regulären Milchmarkt, wie er hinzufügt. Doch nicht nur für die Bauern ist die Zulieferung an die 125 Jahre alte Sennerei lukrativ.

Sennerei-Mitarbeiter Otto Burlefinger reibt in der Sennerei Gunzesried Allgäuer Bergkäse mit Salzwasser ein. Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
von Agentur DPAProfil

Auch bei den Verbrauchern kommt der regional produzierte Käse gut an. "Wir sind dazu da, dass der Bauer ein gutes Milchgeld kriegt", sagt Haslach. Seine Käserei ist als Genossenschaft organisiert - so wie die meisten anderen bayerischen Sennereien mit ganzjährigem Betrieb. 14 solcher Sennereien gibt es im Freistaat derzeit, wie Magnus Kellermann von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) erklärt. Zusätzlich existieren 35 reine Alpsennereien im Sommerbetrieb über einer Höhenlage von 600 Metern - deren Zahl steige sogar leicht, so Kellermann. Die bayerischen Sennereien sind alles andere als ein Auslaufmodell, ist sich Hans-Jürgen Seufferlein vom Milcherzeugerverband Bayern sicher. Mit der Bewirtschaftung erhalten sie Bayerns Kulturlandschaft, sagt er. "Es bleibt außerdem nichts an der falschen Stelle hängen, das erwirtschaftete Geld kommt beim Bauern an." Zudem honoriere der Verbraucher den dort erzeugten Käse mit stolzen Preisen, die auch dem Landwirt direkt zugute kommen.

"Regionalität ist im Trend", sagt auch Haslach. Die Nachfrage nach den Produkten der Gunzesrieder Käserei steige. "Man sieht die Kuh, man sieht die Milch, man sieht das Endprodukt", erklärt er sich das wachsende Interesse der Verbraucher. "Das wird schon wieder mehr geschätzt als früher." Pro Tag werden in Gunzesried zwischen 250 und 400 Kilo Käse produziert.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.