18.04.2018 - 21:18 Uhr
Deutschland & Welt

Blitzmarathon in Bayern und Deutschland Raser im Visier

Mit einem "Speedmarathon" will die Polizei Temposünder zur Vernunft bringen. Die Aktion hat vor allem erzieherischen Charakter - zahlreiche Kontrollstellen wurden vorab bekanntgegeben. Tausende Autofahrer dürfte es dennoch wieder erwischt haben.

Beim Blick durch die Laserpistole wird klar: mit 16 Stundenkilometern hat der Traktor beim Blitzmarathon an der B 85 nichts zu befürchten. Bei Bodenwöhr gingen der Polizei dennoch einige Temposünder ins Netz. Schon in den ersten Minuten war ein Autofahrer mit 115 km/h unterwegs, erlaubt sind derzeit 70. Bild: Hösamer
von Agentur DPAProfil

Weiden/Amberg. (dpa/wüw) Mit Blitzer und Lasterpistole gegen Raser: Die Polizei hat am Mittwoch eine groß angelegte Aktion gegen zu schnelles Fahren begonnen. Um 6 Uhr begann der bis zu 24-stündige Blitzmarathon. Tausende Polizisten waren unter anderem in Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg im Einsatz, um die Geschwindigkeit von Autos zu messen und Raser zu erwischen.

Die Oberpfälzer Polizei absolvierte mit dem Blitzmarathon logistische Schwerstarbeit. Etwa 180 Beamte setzte das Polizeipräsidium Regensburg ein, vermeldet Sprecher Albert Brück, "großteils Oberpfälzer Kräfte. Wir erhielten aber auch Unterstützung durch die Bereitschaftspolizei." Die Beamten kontrollierten den Verkehr mit 29 Handmessgeräten. Zudem waren 6 Großgeräte im Einsatz, Lichtschranken und Radargeräte. "Wir haben uns vorgenommen innerhalb der 24 Aktionsstunden an jeder der 94 ausgewiesenen Messstellen tatsächlich auch zu kontrollieren", erklärt Brück. Über besondere Vorkommnisse lagen dem Präsidium am Mittwochabend keine Informationen vor. "Wir haben mit den Dienststellen keine Zwischenberichte vereinbart." Eine Bilanz werde es deshalb erst nach Abschluss des Blitzmarathons am heutigen Donnerstag um 6 Uhr geben.

Aus Hessen gab es dagegen eine Meldung zu einem Fahrer auf der Bundesstraße 44 bei Biblis, der mit 189 Stundenkilometern statt der erlaubten 100 unterwegs war. In Brandenburg stellte die Polizei bis Mittwochmittag gut 1700 Geschwindigkeitsverstöße fest. "Die Zwischenbilanz vom #Blitzermarathon stimmt uns traurig", schrieb sie bei Twitter.

Hintergrund des "Speedmarathons" oder auch Blitzermarathons ist eine Aktionswoche des europäischen Polizei-Netzwerks Tispol. Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Unfallopfer zu verringern. Es geht den Angaben zufolge nicht darum, viele Raser zu erwischen, sondern auf Gefahrenstellen im Verkehr aufmerksam zu machen. Überhöhtes Tempo zählt zu den häufigsten Ursachen bei schweren Unfällen mit Toten oder Verletzten.

Exakte Ergebnisse der Kontrollaktion wurden für Donnerstagmittag erwartet. 2017 waren Zehntausende Temposünder ertappt worden, obwohl - wie auch in diesem Jahr - zahlreiche Kontrollpunkte schon vorab von der Polizei veröffentlicht worden waren. Nicht alle Bundesländer machten bei dem eintägigen "Speedmarathon" mit. So verzichten zum Beispiel Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein oder Baden-Württemberg auf eine Teilnahme.

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