Defizite bei umweltfreundlicher Mobilität
Bayern der Stinker

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Bayern
15.12.2016
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Berlin/München. Bayern hat nach Einschätzung von Verkehrs- und Umweltverbänden in Sachen umweltfreundlicher Mobilität im Vergleich zu den meisten anderen Bundesländern noch großen Nachholbedarf. Bei einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Vergleichsstudie im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und anderer Verbände landete Bayern in drei von fünf Kriterien für umweltfreundliche Mobilität auf hinteren Plätzen. Die bayerische Staatsregierung wies die Kritik umgehend zurück.

Beim Klimaschutz ist Bayern bei dem Bundesländer-Vergleich sogar das Schlusslicht. Lediglich bei der Verkehrssicherheit und dem Lärmschutz belegte der Freistaat einen mittleren Platz. Der vom Hamburger Qualitätsforschungsinstitut Quotas erstellte "Bundesländerindex Mobilität & Umwelt 2016/2017" basiert auf amtlichen Daten und verkehrspolitischen Weichenstellungen. Auftraggeber sind neben dem DVR die Allianz pro Schiene und der Bund Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND). Demnach landete Bayern in der Gesamtbilanz mit 37 von 100 möglichen Punkten nur auf dem 15. und damit vorletzten Platz - dahinter liegt nur noch Hamburg mit 30 Punkten. Bayern sei zusammen mit Hamburg Schlusslicht bei der Stickstoffdioxidkonzentration in den Städten. Auf Platz eins des Gesamtrankings schaffte es Thüringen vor Berlin.

Schlusslicht ist Bayern beim Klimaschutz. Hier kam der Freistaat - auch wegen einer nach Ansicht der Wissenschaftler intransparenten Politik der CSU-Staatsregierung - auf den letzten Platz. Auch bei der Luftqualität steht es nach Ansicht der Vergleichsstudie nicht zum Besten. Das Bundesland rangiert bei dem Ranking nur auf Platz 14. Weit abgeschlagen sehen die Verbände Bayern auch beim Flächenverbrauch; in diesem Punkt schaffte es der Freistaat nur auf Platz 13.

Dem widersprach am Mittwoch das bayerische Umweltministerium. In einer Stellungnahme hieß es, der Klimaschutz habe in Bayern oberste Priorität. Die Klimaziele seien sehr ambitioniert. Bis 2050 wolle Bayern den Ausstoß von Treibhausgasen auf unter zwei Tonnen pro Einwohner und Jahr senken.
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