19.02.2018 - 22:04 Uhr
Deutschland & Welt

Deutsche Bischofskonferenz tagt Solidarität und Transparenz

Finanzskandal und leere Kassen. Einige deutsche Bistümer haben derzeit mit finanziellen Probleme zu kämpfen. Kardinal Reinhard Marx will gegensteuern.

Kardinal Reinhard Marx (rechts) und Gregor Maria Hanke, Bischof von Eichstätt. Bild: Armin Weigel/dpa
von Agentur DPAProfil

Ingolstadt. (dpa/KNA) Angesichts des jüngsten Finanzskandals in der Diözese Eichstätt hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, eine neue Transparenzoffensive für kirchliche Finanzgeschäfte angemahnt. "Wir brauchen Kriterien, die deutlich machen, dass wir uns auf den Weg zur Angleichung an die internationalen Standards begeben", sagte Marx am Montag in Ingolstadt zu Beginn der Frühjahrs-Vollversammlung der DBK.

Der Münchener Kardinal forderte für die Zukunft einheitliche Regeln für die Haushalte und Finanzgeschäfte der 27 katholischen Bistümer in Deutschland, die auf diesen Gebieten bislang allesamt autonom agieren können. Neben einer stärkeren Transparenz brauche es auch eine bessere Kontrolle der Finanzgeschäfte und eine stärkere Solidarität mit finanzschwächeren Bistümern, sagte Marx. Er wolle den deutschen Bischöfen einen entsprechenden Vorschlag machen. Anfang Februar war bekanntgeworden, dass aus dem Vermögen der Diözese Eichstätt rund 60 Millionen Dollar (48,2 Millionen Euro) in ungesicherte Darlehen in die USA geflossen sein sollen. Der ehemalige stellvertretende Finanz-direktor und ein Immobilien-Projektentwickler sitzen inzwischen in Untersuchungshaft - ihnen werden Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr vorgeworfen.

Zum Auftakt der Vollversammlung hatten vier Hamburger Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte finanzielle Unterstützung für das wirtschaftlich angeschlagene Erzbistum Hamburg gefordert. Die Gründung des Erzbistums im Jahr 1995 sei unter Außerachtlassung grundlegender Sorgfaltspflichten erfolgt, schreiben sie in einem am Sonntagabend veröffentlichten Brief an Kardinal Marx. Daher trügen die anderen deutschen Diözesen eine Mitverantwortung für die aktuelle Krise, insbesondere Hamburgs Vorgänger-Diözesen, das Bistum Osnabrück und das Bistum Hildesheim. Das Erzbistum Hamburg ist nach eigenen Angaben um rund 79 Millionen Euro überschuldet. Ende Januar kündigte die Diözese an, aufgrund der prekären wirtschaftlichen Lage bis zu 8 ihrer 21 katholischen Schulen zu schließen.

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