06.05.2018 - 22:26 Uhr
Deutschland & Welt

Die Trockenheit und der Landwirt Wetter lässt Sorge wachsen

Warm und trocken war der April. Fehlender Regen macht Landwirten zu schaffen. Manche freuen sich auch.

Staubig ist die Arbeit vieler Landwirte derzeit. Dass im April der Regen fehlte, nimmt Bauern die Luft zum Atmen. Archivbild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
von Agentur DPAProfil

Wolnzach/Kürnach. Ein Wunsch eint Bayerns Bauern in diesen Tagen: Regen. Der April war laut Deutschem Wetterdienst der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, Niederschlag blieb aus. Das bekommen die Landwirte zu spüren, die Reserven des Winters gehen zu Ende. So habe das Wetter dem Weizen bereits zugesetzt, wie Anton Huber, Getreidereferent des Bayerischen Bauernverbands (BBV), erklärt. Das Getreide weise Schäden auf. Der fehlende Niederschlag bereite "ziemlich heftige Probleme. Wir brauchen dringend Regen." Laut Wetterdienst kamen im April in Bayern nur 25 Liter pro Quadratmeter vom Himmel, das sind 55 weniger als im Durchschnitt. "Die Pflanzen wollen wachsen, können aber nicht", sagt Huber. Dabei seien die Triebe gut aus dem Winter gekommen. Noch sei die Saison auch nicht verloren, gerade Raps könne viel kompensieren. Dafür bräuchte er aber Niederschlag: "Und zwar keinen Gewitter-, sondern Dauerregen."

Für die Verbraucher hat die Witterung auch etwas Gutes: Die vielen Sonnenstunden haben den Spargel wachsen lassen. "Es herrscht Überangebot", sagt Peter Strobl, Geschäftsführer des Spargelerzeugerverbands Südbayern. Das löse einen Teufelskreis aus: Da zu viel Spargel auf dem Markt ist, würden Großhändler das Gemüse bunkern, sagt Strobl. Das mache das Stangengemüse noch billiger. Deshalb appelliert er: "Unbedingt auf die Frische achten." Für einen Spargel der Klasse eins müsse der Verbraucher derzeit sieben bis zehn Euro ausgeben.

Nichts auszusetzen hat Johann Pichlmaier. "Die Trockenheit ist kein Problem für den Hopfen, zurzeit verträgt die Pflanze die Witterungen sehr gut", sagt der Vorsitzende des Verbands Deutscher Hopfenpflanzer. Die Triebe wachsen derzeit bis zu 15 Zentimeter pro Tag. Deshalb standen die Bauern zuletzt vor einer anderen Herausforderung: "Die Frühlingsarbeit musste sehr schnell und früher als sonst passieren." Bis zu zehn Tage sei die Witterung voraus. Da brauche man gleich ein paar Arbeiter mehr.

Ausblick

Und es soll vorerst sommerlich und trocken bleiben. Regen werde es am Montag bestenfalls in den Alpen geben, meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD). In Unterfranken soll es am Mittwoch leicht regnen. Ob das ausreiche, um die Waldbrandgefahr zu senken, sei unklar. Erst gegen Ende der Woche sei mit mehr Regen und kühleren Temperaturen zu rechnen. (dpa)

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