30.04.2018 - 12:27 Uhr
Deutschland & Welt

Digitalisierung in Bayern Mobilfunkpakt soll Funklöcher stopfen

Unterwegs ohne Funklöcher: Noch vor den Sommerferien will die Staatsregierung bayerische Funklöcher stopfen - mit einem neuen Mobilfunkpakt.

Kein Netz? Bald soll diese Anzeige der Vergangenheit angehören - und zwar in ganz Bayern.
von Agentur DPAProfil

Der Pakt soll konkrete Ziele für den Ausbau der mobilen Netze festlegen und eine enge Zusammenarbeit von staatlichen Behörden, Gemeinden und Netzbetreibern sicherstellen. Wirtschaftsminister Franz Pschierer (CSU) plant die Unterzeichnung für den Juni. "Mobile Netze sind ein entscheidender Standortfaktor für alle Bereiche der Digitalisierung", erklärte er am Montag.

Förderprogramm für ländliche Regionen

Ebenfalls für den Sommer erwartet Pschierer die Brüsseler Genehmigung eines neuen
Mobilfunk-Förderprogramms für ländliche Regionen. Die Staatsregierung
will den Bau neuer Sendemasten fördern, an denen dann wiederum die
Netzbetreiber gegen Miete ihre Sendeantennen montieren können. Besondere Fortschritte erwartet der CSU-Politiker dabei für dünn besiedelte Gebiete, enge Täler oder schwierig zu versorgende Regionen. Selbst in Gegenden, wo das Handy-Netz bisher noch zu wünschen übrig lässt, gab es bereits Pilotprojekte wie "Offenes WLAN im ÖPNV", das in ausgewählten Amberger Regionalbussen einen Gratis-Internet-Zugang ermöglicht.

Neue Sendemasten, höhere Standards

Seit Jahresbeginn haben die drei Betreiber Telekom, Vodafone und Telefonica nach Pschierers Angaben 46 neue Mobilfunk-Sendemasten errichtet und 758 bestehende Anlagen auf neuen LTE-Standard gebracht. "Die Netzbetreiber halten ihre Zusagen ein und konzentrieren sich stark auf den Freistaat", sagte Pschierer. "Wir konnten das Tempo beim Ausbau bereits im ersten Quartal deutlich beschleunigen. Einen weiteren Schub vor allem in unterversorgten Gebieten verspreche ich mir, sobald unser Förderprogramm gestartet ist." Zwei Mobilfunkpakte gab es bereits 1999 und 2002 zu Zeiten des damaligen
Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU). Damals stand allerdings nicht
der Netzausbau im Vordergrund, sondern - angesichts der Vorbehalte gegen den Mobilfunk in Teilen der Bevölkerung - der Schutz vor befürchteter
Strahlenbelastung. (dpa)

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