14.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Einstige Markgräfin steht mit ihren Ideen bei der Gestaltung des Landesgartenschau-Areals Pate Wilhelmines Visionen

von Holger Stiegler (STG)Profil

Die oberfränkische Kulturmetropole Bayreuth ist nicht nur Festspiel- und Universitätsstadt, sondern vom 22. April bis 9. Oktober 2016 auch Ausrichterin der bayerischen Landesgartenschau. Im Bereich der Oberen Main-Aue entsteht hierfür in einem Tal-Raum eine neue Parkanlage.

Symbolfigur und "Gastgeberin" der Gartenschau ist Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth. Die in ihrer Zeit geschaffenen, barocken Grünanlagen und Bauten wie das UNESCO-Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus, die Eremitage oder das Lustschloss Fantaisie mit dem ersten deutschen Gartenkunstmuseum prägen noch heute Stadt und Region. Wilhelmines künstlerische Visionen stehen auch bei der Gestaltung des Landesgartenschau-Areals Pate. Entlang des Roten Mains schlägt der neue Park eine Brücke zwischen historischer Innenstadt, Hofgarten und Eremitage - und schafft einen einzigartigen, dauerhaften Grün- und Erholungsraum.

Modern und dennoch verspielt, macht dieser "Lust-Garten" mit seinen Wasserbereichen und Gartenkabinetten in bester Bayreuther Gartentradition Appetit auf eine landschaftliche Entdeckungsreise.

Der neue Park wertet nahe gelegene, versiegelte Wohnquartiere auf, schafft Angebote für alle Nutzergruppen und Generationen, verknüpft vorhandene Sport- und Kulturstätten und verbessert den Klima- und Hochwasserschutz. Schwerpunkte des landschaftlichen Umbaus sind die Renaturierung des Roten Mains und die Schaffung des Auensees. Anfang Februar begannen die Bauarbeiten für den zwei Hektar großen See, der bis zu 2,80 Meter tief ist. Dieser liegt in der Niederung im südlichen Teil des Gartenschaugeländes östlich des Roten Mains.

Als eines der wichtigsten Gestaltungselemente des Areals soll das Gewässer vor allem der Erholung dienen. Da Einheimische und Gäste das Gewässer nutzen sollen, strebt man gehobene Wasserqualität an.

Im südlichen Teil des Sees sollen zwei Inseln entstehen. Um das Wasser herum führt ein Fuß- und Radweg, der im Uferbereich vorbei an Kiesstränden sowie durch Wiesen und Schilf verläuft.

Wasserwirtschaftlich gesehen ist der Auensee in den Wasserkreislauf eingebunden und mit dem Grundwasser verbunden. Zum Ausgleich von Verdunstungs- und Versickerungs-Verlusten soll Wasser aus dem Roten Main in kleinen Mengen zugepumpt werden. Zur Stützung der Qualität ist zudem beabsichtigt, das Seewasser sowie den Zufluss vom Roten Main über einen bewachsenen Bodenfilter umzuwälzen beziehungsweise einzuleiten.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.