19.04.2016 - 02:10 Uhr
Deutschland & Welt

Evangelische Landeskirche will Zusammenarbeit im ländlichen Raum stärken Gemeinden besser vernetzen

Ansbach. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hat kleinere Gemeinden auf dem Land zu einer engeren Zusammenarbeit aufgerufen. Die mentalen Sperren seien manchmal doch erheblich, sagte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am Montag zum Auftakt der inhaltlichen Diskussionen bei der Frühjahrssynode. Wenn diese aber überwunden würden, "dann kann man schöne neue Erfahrungen machen".

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm versprach, die Kirche im ländlichen Raum auch künftig zu stärken. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Die Gesellschaft und die Lebensbedingungen veränderten sich gerade auch auf dem Land, hieß es. Man müsse sich die Frage stellen, wie bei sinkenden Mitglieder- und Pfarrerzahlen die Versorgung auf dem Land sichergestellt werden könne. "Wir müssen die Kirche im Dorf lassen, aber auch über den eigenen Kirchturm hinausschauen", sagte Hans Stiegler, Vizepräsident der Landessynode und Dekan in Ansbach. Bei Schnittmengen und der Zusammenarbeit müsse man noch mehr aufeinander zugehen. "Dieses Denken muss in dörflichen Gemeinden noch mehr greifen", betonte er.

Potenzial stärken

Die Landessynode will in den kommenden Tagen diskutieren, wie man den Herausforderungen begegnen will und was diese für die eigenen Konzepte und Schwerpunkte bedeuten. Das Potenzial der ländlichen Kirchen mit engen Bindungen zu den Gläubigen, einem starken Gemeinschaftsgefühl und viel Engagement wolle man stärken. "Dort, wo es nötig ist, wollen wir als Kirche auch infrastrukturell unterstützen", betonte Bedford-Strohm. "Wir ziehen uns nicht zurück aus den Räumen. Kirchliche Gruppen, Kreise und Gottesdienste müssen auf dem Land weiter erhalten bleiben", ergänzte Stiegler.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) teilte am Montag zudem mit, dass Bedford-Strohm am Donnerstag Papst Franziskus treffen werde. Bei der privaten Begegnung im Vatikan seien die Flüchtlingskrise und das 500-jährige Jubiläum der Reformation mögliche Hauptthemen.

Ökumenisch feiern

Das Reformationsjahr 2017 wollen die Protestanten in Deutschland gemeinsam mit den Katholiken feiern. Das Jubiläum solle nicht nur ein "Event- und Spektakeljahr" werden, erklärte Bedford-Strohm. Der interreligiöse Dialog aus diesem Anlass sei Aufgabe und Chance zugleich für jeden Christen, etwas über den eigenen Glauben zu lernen.

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