12.12.2017 - 20:10 Uhr
Deutschland & Welt

Falschaussage vor Gericht? Ernste Vorwürfe gegen Ribéry

Franck Ribéry wird auf eine Beraterzahlung von 3,45 Millionen Euro verklagt. Bei einer Gerichtsverhandlung wehrt er sich gegen einen Ex-Berater, die Anwälte sprechen von gefälschten Unterschriften. Der Fall birgt für den Fußballer auch eine strafrechtliche Gefahr.

Fußballspieler Franck Ribéry wird von seinem Ex-Berater auf eine Zahlung in Höhe von 3,45 Millionen Euro verklagt. Bild: Peter Kneffel/dpa
von Agentur DPAProfil

München. Schon jetzt geht es um fast dreieinhalb Millionen Euro - für Franck Ribéry ist der finanzielle Schaden im Streit mit seinem Ex-Berater aber nicht die größte Gefahr. Vor dem Landgericht München I wurden der beklagte Fußballer des FC Bayern und auch sein Ex-Manager als Kläger am Dienstag gleich mehrfach auf die eigentliche Brisanz der Verhandlung hingewiesen. "Enorme, strafrechtlich relevante Vorwürfe" erkannte Richterin Isabel Liesegang und vergewisserte sich sowohl bei Ribéry als auch der Gegenseite, ob allen diese Risiken bewusst seien. Ein Urteil im Zivilverfahren wurde für den 16. Januar angekündigt.

Aussage gegen Aussage

Der Spielerberater Bruno Heiderscheid verlangt von Ribéry eine Provision in Höhe von 3,45 Millionen Euro für einen Vereinswechsel; Grundlage dafür sei ein Vertrag von 2006. Ribéry bestreitet dies und behauptet, Heiderscheid habe seine Unterschrift gefälscht. "Ich habe diese Dokumente nie gesehen", sagte der 34-Jährige im dunkelblauen Anzug und ergänzte: "Ich hatte noch nie ein Gespräch mit Herrn Heiderscheid über dieses Thema."

Nun wird es brisant: Weil Aussage gegen Aussage stehen und es nur ein relevantes Originaldokument von damals gebe, ordnete das Gericht an, die Unterschriften überprüfen zu lassen. Ribéry musste für ein Vergleichsexemplar im Gerichtssaal 601 gleich mehrere Blätter Papier unterschreiben. Sollte der Sachverständige zum Schluss kommen, dass Ribéry das Papier von damals unterschrieben hat, drohen ihm Konsequenzen wegen einer Falschaussage vor Gericht.

Urkundenfälschung

Beim Berater steht indes der Vorwurf der Urkundenfälschung im Raum. Die Ribéry-Anwälte behaupten, Heiderscheid habe das Schreiben im Nachhinein angefertigt und sind optimistisch, weil zwei Gutachter bereits analysiert hätten, dass die Signatur nicht vom Fußballer stamme. Ribérys Anwalt Gerhard Riedl gab zudem an, dass Heiderscheid in einem anderen Fall wegen Fälschung angeklagt sei. Eine gütliche Einigung kann er sich "absolut nicht" vorstellen.

Der Spielerberater konnte sich am Dienstag nicht selbst zu dem Fall äußern, weil er wegen heftiger Schneefälle seit Montagmittag nicht von Brüssel losfliegen konnte, wie sein Anwalt berichtete. Deshalb musste das Gericht sein Urteil im Zivilprozess auf Januar vertagen. Heiderscheid war zwei Jahre lange Ribérys Agent, nachdem er 2005 einen ablösefreien Wechsel von Galatasaray Istanbul zu Olympique Marseille einfädelte. Als Dank dafür sei dem Manager versprochen worden, zehn Prozent der nächsten Transfersumme zu erhalten, behauptet dieser. 2007 bezahlte der FC Bayern 30 Millionen Euro, wie das Gericht mitteilte - bislang war nur von 25 Millionen Euro die Rede gewesen.

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