11.02.2018 - 22:14 Uhr
Deutschland & Welt

Faschingsendspurt in Bayern Narren feiern auf den Straßen

Am letzten Faschingswochenende geht es in Bayern noch einmal rund. Auf bunt dekorierten Wägen ziehen die Narren vielerorts durch die Straßen - auch in der Oberpfalz. Allerdings läuft nicht alles ohne Zwischenfälle ab.

Knapp 10 000 Maschkerer feiern laut Schätzung der Veranstalter trotz Schneefalls den Neustädter Faschingszug. Bild: Gabi Schönberger
von Agentur DPAProfil

Würzburg/Neustadt/WN. (dpa/ehi/dko) Neustadt, Vohenstrauß, Eschenbach, Nittenau, Hahnbach - diese Liste ließe sich um noch viele weitere Städte und Gemeinden erweitern. Denn: Obwohl vor allem der Sonntag wettertechnisch eher kalt und nass war, begaben sich am Wochenende in der gesamten Region tausende Maschkerer auf die Straßen, um den Fasching noch einmal ausgiebig zu feiern. Aufwendig verkleidet, auf großen und kleinen Wagen zogen sie durch die Ortschaften und ließen sich das ein oder andere Schmankerl für ihr Publikum einfallen.

Wagen zum Geburtstag

In Neustadt/WN überlegten sich zum Beispiel Familie und Freunde etwas ganz besonderes für Mario Frischholz, den Vater von Faschingsprinz Tobias I. Der wurde am Sonntag 50 Jahre alt und bekam deswegen seinen eigenen Geburtstagswagen. In Eschenbach wiederum führte den Zug eine rollende Würstlbude an, damit auch wirklich niemand verhungern musste. In Marktredwitz sorgte Oberbürgermeister Oliver Weigel persönlich für ein Highlight. Er marschierte als Storch verkleidet an der Spitze des Zuges. Und auch sonst waren bei der Gestaltung der Wagen der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Neben überregional bedeutsamen Themen wie Straßenausbaugebühren oder Große Koalition knöpften sich die Maschkerer lokale Themen vor: In Eschenbach bedauerten sie den Abriss des alten Feuerwehrhauses, in Mitterteich eine fehlende öffentliche Toilette. Und in Vohenstrauß bedankten sich die Waldauer Fußballer für die Bewässerung ihres Sportplatzes.

Kalt und nass

Auch im restlichen Bayern war einiges geboten: Der mit etwa 3000 Aktiven größte Zug setzte sich um 11.55 Uhr in Würzburg in Bewegung. Kurz nach 13 Uhr startete der Faschingsumzug in Nürnberg. "Nur das Wetter ist unpraktisch", sagte ein Polizeisprecher. Von leichtem Schnee- und Nieselregen lasse man sich die Laune aber nicht verderben. 80 000 Zuschauer standen an der Strecke, erwartet worden waren 100 000.

Auch in Würzburg herrschte nass-kaltes Nieselwetter bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. 65 000 Zuschauer hüpften sich im Takt der Musik warm. Nach Angaben der Polizei kamen weniger Narren als gewohnt - bei gutem Wetter hätten schon bis zu 90 000 Menschen auf Würzburgs Straßen gefeiert. Stundenlang bejubelten die Besucher die mehr als 40 Wagen, kostümierten Faschingsgruppen, tanzenden Garden und Spielmannskapellen.

Der Zug verlief friedlich. Er stand im Zeichen der im April startenden Landesgartenschau. Der Wagen des Prinzenpaares und andere erstrahlten in voller Blütenpracht. Der Jahreszeit geschuldet handelte es sich dabei allerdings um Kunstblumen.

Auch in Marktoberdorf im Allgäu wurde gefeiert: Claudia Bestler, Präsidentin des Fasnachtsumzugs, sprach von einem "rundum fröhlichen, bunten Umzug". Etwa 32 000 Zuschauer seien gekommen, etwas weniger als im vergangenen Jahr, als die Organisatoren rund 40 000 Besucher zählten. Bestler lobte die Kreativität der Narren: "Zum Teil haben die Leute um 5 Uhr morgens angefangen sich zu schminken", berichtete sie. 1600 Menschen beteiligten sich an dem Gaudiwurm mit 66 Zugnummern. 34 Wagen und 15 Musikkapellen zogen durch Marktoberdorf.

Einsätze für Polizei

Und auch wenn es meist friedlich blieb, mussten Polizei und Einsatzkräfte immer wieder ausrücken - und wurden selbst zu Opfern. In Schönau (Landkreis Rottal-Inn) bewarf ein Unbekannter einen Sanitäter, der eine Frau versorgte, mit einer Flasche. Helfer als auch Verletzte erlitten Platzwunden. Zudem wurden in Schönau ein Feuerwehrmann und eine Mitarbeiterin eines Sicherheitsdienstes geschlagen, als sie für Ordnung sorgen wollten.

In Waidhofen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen wurde eine 24-jährige Frau bei einem Faschingsumzug von einem Traktor erfasst und tödlich verletzt. Wie es zu dem Unfall kam, war laut Polizei zunächst nicht klar. In Eschenbach (Kreis Neustadt/WN) stürzten während des Umzugs mehrere Personen von den Wägen. Ein Mann verletzte sich so stark, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste.

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