Freispruch im Landshuter Totschlagsprozess gefordert
Arzt beteuert Unschuld

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Bayern
30.06.2017
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Landshut. Im erneuten Prozess gegen einen Arzt, der seine Frau getötet haben soll, haben die Verteidiger einen Freispruch verlangt. Die Vorwürfe seien nicht nachweisbar, betonten die Anwälte am Freitag vor dem Landgericht Landshut. Die Aussagen des Angeklagten seien nicht zu widerlegen. Zudem habe die Polizei bei ihren Ermittlungen die Spurenlage vernichtet. Die Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag dreizehneinhalb Jahre Haft wegen Totschlags beantragt. Das Urteil wird am 21. Juli verkündet.

Der 57-jährige Arzt behauptet, seine Frau nach einem Arbeitstag im Dezember 2013 tot daheim gefunden zu haben. Er sei davon ausgegangen, sie sei gefallen und infolge des Sturzes gestorben. Laut Anklage hatte der Mann allerdings seiner Partnerin angegriffen und die Rippen gebrochen. Das Opfer erlitt Blutungen am Oberkörper sowie zahlreiche Blutergüsse an Kopf, Schulter, Brust und Armen. Schließlich soll der Arzt seine Frau am Hals gewürgt und ihr Mund und Nase zugehalten haben, wodurch sie erstickte. Ein Gutachter hatte gesagt, dass es in der Familie schon seit Jahren Konflikte gab.

Der habilitierte Gynäkologe, der früher als Chefarzt an Kliniken arbeitete und zuletzt eine Praxis in Erding betrieb, war 2015 im ersten Prozess freigesprochen worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil aber auf und verwies das Verfahren erneut an das Landshuter Landgericht. Bevor der Prozess neu aufgerollt werden konnte, war der Mann nach Südamerika geflogen. Ende Februar wurde er aus Chile schließlich ausgeliefert. Der Mann widersprach Darstellungen, er wäre dort untergetaucht.
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