11.12.2017 - 22:14 Uhr
Deutschland & Welt

Fünf Angeklagte stehen in Regensburg wegen schwerer Straftaten vor Gericht Verräterische Dashcam

Regensburg. Unter großem öffentlichen Interesse begann am Montag der Prozess gegen fünf Männer (25 bis 48) vor der 5. Strafkammer des Landgerichts Regensburg. Den Angeklagten wird besonders schwerer Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, vorsätzliches unerlaubtes Führen einer Schusswaffe, Hausfriedensbruch mit versuchter Freiheitsberaubung sowie Wohnungseinbruchdiebstahl mit Sachbeschädigung zur Last gelegt.

von Autor AHSProfil

Vier der Angeklagten hatten sich am 16. September vergangenen Jahres gewaltsam Zutritt zum Haus eines Unternehmerehepaares in Sinzing (Kreis Regensburg) verschafft. Mit Sturmhauben und Masken verkleidet überwältigten sie zunächst mit vorgehaltenen Schreckschusswaffen den Hausherrn. Ihre Frage, wo sich der Tresor befindet, untermauerten sie mit Schlägen und Tritten und fesselten ihr Opfer mit einem Klebeband. Anschließend überwältigten sie auch die Ehefrau. Als auch diese gefesselt hilflos auf dem Boden lag, drohte einer der Täter, sie zu vergewaltigen. Durch Zufall entdeckten sie hinter der Türe eines Sideboards den Geldschrank.

Mit weiteren Einschüchterungen pressten sie schließlich den Zahlencode aus dem Ehepaar heraus. Im Tresor lagen Bargeld und Goldmünzen im Gesamtwert von 32 650 Euro. Einem der Angeklagten war diese Beute noch nicht genug, er wollte auch den Pkw des Geschädigten, einen Mercedes mit einem Zeitwert von rund 55 000 Euro, mitnehmen. Während drei Männer zu Fuß zu dem Fluchtfahrzeug gingen, fuhr der vierte mit dem Mercedes weg. Was die nun Angeklagten nicht wussten: Die im Mercedes installierte Kamera hatte sich eingeschaltet. Diese zeichnete schemenhaft die Angeklagten, sowie Teile des Kennzeichens des Fluchtfahrzeuges auf. Zwei der Angeklagten wird überdies ein Wohnungseinbruchdiebstahl in Landshut zur Last gelegt.

Nach Verlesen der 20-seitigen Anklageschrift rügte einer der Verteidiger, dass ihm Teile der Ermittlungsakten erst so spät zugeleitet wurden, dass er keine Gelegenheit mehr hatte, diese mit seinem Mandanten zu besprechen. Auf seinen Antrag hin wurde der Prozess bis Mittwoch unterbrochen.

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