Gefundene Leichen in Gersthofen identifiziert
Vermisste Frauen sind tot

Die Leichen der beiden Frauen wurden am Ufer des Flusses Schmutter nahe ihrem Wohnort Gersthofen gefunden. Bild: Stefan Puchner/dpa
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Bayern
23.12.2016
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Augsburg. Nach dem Fund von zwei Leichen nahe Augsburg hat sich der Verdacht bestätigt: Es handelt sich um die Frauen aus dem Vorort Gersthofen, die seit zwei Wochen verschwunden waren. Sie wurden ermordet. Die Obduktion der am Mittwoch gefundenen Toten habe die Identität eindeutig bestätigt, sagte Augsburgs Kripochef Gerhard Zintl am Donnerstag. Die Leichen hätten etliche Stichwunden. Details nannte der Soko-Chef allerdings nicht.

Die Ermittler vermuten, dass ein Nachbar die Lebensgefährtinnen in deren Haus umgebracht und die Wohnung danach gereinigt hat. Der Mann sitzt bereits seit einer Woche wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Der 31-Jährige schweigt bisher zu den Vorwürfen. Die 35-köpfige Sonderkommission werde deswegen auch vorläufig weiterbestehen, betonte Zintl. "Wir sind noch nicht am Ende der Ermittlungen." Er geht davon aus, dass der Mann das Paar umgebracht hat, um dann mit deren Bankkarte an das Geld der Opfer zu kommen. Der Mann habe mehrfach im Raum Augsburg und sogar in Prag Geld abgehoben.

Die Leichen der verschwundenen Frauen (49 und 50) waren etwa zweieinhalb Kilometer von ihrem Wohnhaus entfernt entdeckt worden. Sie waren in der Nähe eines Klärwerks etwa einen Meter tief vergraben. Die Polizei hatte zuvor mit Hundertschaften das Gebiet abgesucht.

Obwohl die Frauen zunächst spurlos verschwunden blieben, fiel der Verdacht auf den Nachbarn. Im Auto des Mannes wurden ein Kaufbeleg für einen Spaten sowie Geld aus Bankautomaten entdeckt. Die Polizei glaubte schon vor Entdeckung der Leichen, dass der Mann die Opfer mit dem Spaten vergraben hat. Das Gerät wurde in der Nähe gefunden.

Nach dem Verschwinden der Frauen soll der Verdächtige in mehreren Regionen Bayerns unterwegs gewesen sein. So soll er unter anderem in der Gegend Regensburg und Weiden gesehen worden sein. Dies hänge mit der Fahrt nach Prag zusammen, sagte Zintl. Die Ermittler hoffen aber weiterhin auf Hinweise aus den Regionen, wo der Mann ebenfalls unterwegs gewesen sein soll.
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