Hanna Koobs Erzählband „Wie wir Kinner warn“
Spannende Zeitreise in die 50er Jahre

Christine Bach las im "Meister Bär Hotel" Geschichten aus dem von Hanna Koob verfassten Erzählband "Wie wir Kinner warn". Mit seiner vorweihnachtlichen Lesestunde erinnerte der "Historische Club Marktredwitz" dabei an die im Februar verstorbene Marktredwitzer Chronistin. Im Namen des "Historischen Clubs" bedankte sich Friedrich Haubner. Bild: wro
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Bayern
19.12.2016
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Marktredwitz. Im Februar dieses Jahres verstarb die Geschäftsfrau, Chronistin und Herausgeberin zahlreicher heimatkundlicher Werke Hanna Koob im Alter von nur 65 Jahren. Die Eröffnung ihres Geschäftes "Kartenlaube" am Marktredwitzer Markt sollte sie nicht mehr erleben. Der Nachwelt hinterlassen hat die Verstorbene zahlreiche Erinnerungen, Geschichten und Marktredwitzer Bilder. Im Rahmen seiner Vortragsreihe und einer von Christine Bach und Tochter Martina von Waldenfels gestalteten vorweihnachtlichen Lesestunde aus Hanna Koobs Erzählband "Wie wir Kinner warn" erinnerte der "Historische Club" mehr als eine Stunde lang an die Kindheit der Marktredwitzerin. Stimmungsvoll umrahmt wurde der von vielen Interessierten besuchte und mit historischen Bildern begleitete Abend von der "Wildenberg Saitenmusik" - am Hackbrett Edith Dumler, an der Gitarre Gerhard Rettenmeier. Glühwein und Plätzchen standen bereit, Restauflagen der von Hanna Koob herausgegebenen historischen Kalender waren ebenfalls erhältlich. Nur noch wenige Exemplare aber seien von Hanna Koobs im Selbstverlag erschienenen Erinnerungen "Als wir Kinner warn" zu haben, bedauerte Bach, eine nahe Verwandte der Autorin.

"Stella" und "Marthahütte"

Christine Bach lieh der Verstorbenen an diesem Abend nicht nur ihre Stimme: Zugleich nahm sie ihre Zuhörer mit auf eine spannende Zeitreise hinein in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Gemeinsam erinnerten Bach und Koob an alte - fast vergessen geglaubte - Geschäfte und längst nicht mehr existierende Fabriken, wie die "Stella", die "Nordbayerische Wolle" oder die "Marthahütte".

Auf ihrem Streifzug durch die Klingerstraße hinüber zum "Scharfen Eck", hinauf zur "Goasalm" begegnete man längst verstorbener Zeitgenossen und Marktredwitzer Originalen, wie dem "Brezensepp", der neidvoll die Kinogänger kritisierte: "Für Kinokarten ham's a Geld, für meine Brezen nicht!" Noch einmal stand man auch vor alten Geschäften und Drogerien, wo einst auch Benzin verkauft wurde. Und da war auch der lautstarken Protest der Bürger zu hören, als alte Häuser nach und nach aus dem Stadtbild verschwinden mussten.

Tinte in Fässern

Man sei dürftig aufgewachsen, erinnerte Bach während ihrer Lesung aus dem 1994 erschienen Werk auch an eine bescheidene, gemeinsame Kinderzeit. Kleine Dinge machten das Leben aber auch lebenswert. So blieb die Erinnerung an das Schreibwarengeschäft Koobs Großeltern am Markt mit der Hausnummer 46 erhalten, wo die Tinte in Fässern gelagert und noch offen, Pelikanol in abgewogenen Mengen verkauft wurden.

Vor aller Augen standen auch wieder die Bilder mit Pferdefuhrwerken, die damals zum gewohnten Marktredwitzer Straßenbild gehörten, als es noch keine Verkehrsampeln, dafür aber Schutzmänner gab.

Wiederauflage nicht geplant

"Wie wir Kinner warn" ist vergriffen. Eine Wiederauflage sei derzeit nicht geplant, beantwortete Christine Bach auf NT-Anfrage: Die wenigen, derzeit noch vorhandenen Restbestände gingen noch am Abend der vorweihnachtlichen Lesestunde über den Ladentisch.
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