Hausmeister Helmut Sendelbeck hört auf
Letzter Schultag vor Ruhestand

Helmut Sendelbeck (rechts) hat in den vergangenen Wochen seinen Nachfolger Roland Steininger eingearbeitet. Bild: hai
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Bayern
23.12.2016
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Speichersdorf. Wenn Helmut Sendelbeck heute um 9.45 Uhr die letzten Semmeln und Kakaopäckchen ausgibt, dann ist es für ihn nicht nur der letzte Pausenverkauf vor den Ferien, sondern auch das Ende nach 32 Jahren als Hausmeister der Werner-Porsch-Schule. Der handwerkliche Allrounder geht zum 1. Januar in den Ruhestand.

In der damaligen Volksschule hatte der gelernte Elektriker am 1. September 1984 seinen Dienst angetreten. Wer mit ihm zu tun hatte, konnte sich rund um die Uhr auf ihn verlassen. Selbst nachts um 1 Uhr, wenn es nach einem Konzert die Festhalle auszuräumen und zu säubern war. "Er war der Fachmann, die Ehrlichkeit und Freundlichkeit in Person", beschreibt Bürgermeister Manfred Porsch den 63-Jährigen.

Generationen an Schülern und Eltern hat Sendelbeck kommen und gehen sehen, drei Rektoren, Hunderte Lehrer und zwei Bürgermeister. Vieles hat sich in den 32 Jahren verändert, erzählt er. Als Hausmeister war er in den 1990er Jahren gefordert, als vor allem durch den Zuzug von Spätaussiedlern über 700 Schüler die Schule besucht haben. 1996 musste durch steigende Kinderzahlen die Schule um einen Anbau erweitert werden. Wenige Jahre später erfolgte der behindertengerechte Umbau. Als die Sportarena dazu kam, war es etwas zu viel gewesen. Helmut Sendelbecks Körper zollte der zunehmenden Belastung Tribut.

Da sind aber auch die vielen Anekdoten, von denen Sendelbeck so manche sicher nicht vergessen wird. Etwa die rauchenden Siebt- und Achtklässler oder die Gangs, die ihm so manchen Streich gespielt hätten. Und als er eine dieser Gruppen so richtig ins Gebet genommen habe, hätten sie die Toilette mit Coladosen verstopft. Unvergessen bleibt ein letzter Tag vor den Sommerferien, als ein Gewittersturm den ganzen Keller überflutete. "Das Schlimme war, dass kurz zuvor in der Nachbarschaft ein Bauer geodelt hatte und der ganze stinkende Dreck in der Schule schwamm." Nicht nur deshalb ist Sendelbeck für Rektor Horst Lowag "ein Paradebeispiel an Pflichtbewusstsein und handwerklichem Geschick".

Geändert habe sich auch die Einstellung zur Schule, erzählt der Ruheständler in spe. Vieles sei anonymer geworden. Es sei auch schwieriger geworden, sich Respekt zu verschaffen.

Mit Roland Steininger, den er in den vergangenen Wochen eingearbeitet hat, ist ein qualifizierter Nachfolger bestellt. Dann kann er sich noch mehr seinen Enkelkindern und dem Schafkopf widmen sowie mit dem schon längst ersehnten E-Bike Ausflüge unternehmen.
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