Heilbäder wollen mehr Geld
Zusätzliche Ausgaben für Kurorte bedeuten eine größere finanzielle Belastung

Im Sibyllenbad steht die medizinische Behandlung an erster Stelle. Eine Konkurrenz durch Wellnesshotels fürchtet das Bad nicht. Bild: Puhane
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Bayern
14.03.2018
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Bad Füssing/Neualbenreuth. (dpa/ehi) Die Kurorte und Heilbäder in Bayern fordern für notwendige Investitionen mehr Geld von der Staatsregierung. In einem Brief an Finanzminister Markus Söder (CSU) regen der Vorsitzende des Bayerischen Heilbäder-Verbandes, der Landtagsabgeordnete Klaus Holetschek (CSU), und andere Parlamentarier eine Erhöhung der jährlichen Investitionspauschale um fünf Millionen auf fast zwölf Millionen Euro an. Der Betrag solle auf hoch-prädikatisierten Heilbäder und Kurorte verteilt werden. Das Anliegen werde zurzeit geprüft, sagte Holetschek.

Laut Finanzministerium erhalten die mit Prädikat ausgezeichneten Kurorte und Heilbäder in Bayern im Jahr 2018 unter anderem Investitionspauschalen von fast sieben Millionen Euro. Das seien rund 145 Prozent oder über vier Millionen Euro mehr als 2011. Die Schlüsselzuweisungen für diese Gemeinden stiegen im selben Zeitraum um rund 23 Millionen auf rund 72 Millionen Euro im Jahr 2018 an.

Die Abgeordneten bezeichneten in ihrem Brief an Söder die Heilbäder und Kurorte als tragende Säule des Bayern-Tourismus und wichtigen Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum. Um im Wettbewerb bestehen zu können, müssten die Gemeinden in Qualität und Infrastruktur investieren. Angesichts knapper Haushaltslagen seien das finanzielle Herausforderungen, die durch Fremdenverkehrs- und Kurbeiträge nicht gedeckt werden könnten.

"Das sind zum Beispiel spezielle Schilder oder auch Kurkonzerte", erklärt Gerhard Geiger, Leiter des Sibyllenbads in Neualbenreuth (Landkreis Tirschenreuth). Er findet den Brief des Heilbäder-Verbands an Markus Söder gut. Schließlich tragen Heilbäder zur Attraktivität des jeweiligen Ortes bei. Und besondere Angebote, wie zum Beispiel ein Trinkbrunnen der Heilwasser abgibt, kosten Geld. "Da geht es unter anderem um spezielle Qualitätprüfungen", betont Geiger.

Über einen Rückgang an Gästen kann das Sibyllenbad aber nicht klagen. "Wir hatten 2016 das beste Jahr in unserer Geschichte." Auch sieht Geiger sein Haus nicht in direkter Konkurrenz mit den klassischen Wellnesshotels - und will das auch nicht. "Unsere Gäste suchen bei uns gezielt nach einer medizinischen Behandlung", betont er. Das seien in Neualbenreuth die Therapie mit Kohlensäure oder Radon. Geiger sagt aber auch, dass die zusätzlich Wellnessangebote, die das Sibyllenbad anbietet, für seine Gäste eine schöne Ergänzung seien.
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