13.12.2017 - 16:18 Uhr
Deutschland & Welt

Im Vorschulalter fängt das bleibende Gebiss langsam an, durchzubrechen Zähnchen, wechsel dich

Für die Kinder ist es eine aufregende Zeit: Milchzähne fangen an zu wackeln, fallen aus, und neue, bleibende Zähne kommen zum Vorschein. Der Zahnmediziner spricht vom Gebiss, das im Vorschulalter der Kleinen langsam anfängt, durchzubrechen. Aber wie und was geschieht dabei eigentlich genau? Und welche Probleme können auftreten?

von Gesund & VitalProfil

Erster! Der Backenzahn hinter der Milchzahnreihe

Der erste bleibende Zahn ist meistens ein Backenzahn, er stößt hinter der Milchzahnreihe durch. Erst danach beginnen die Milchzähne zu wackeln und durch bleibende Zähne ersetzt zu werden. Dies geschieht durchschnittlich im Alter zwischen fünf und sieben Jahren. Doch bereits im Vorfeld nehmen die Kinder Veränderungen in ihrem Mund, an ihren Zähnen wahr. Denn bevor die Milchzähne zu wackeln beginnen, scheinen die Zahnzwischenräume links und rechts größer zu werden. Durch entsprechendes Wachstum stellt der Kiefer sicher, dass für die größeren bleibenden Zähne genügend Platz vorhanden ist, um eine Schachtelstellung zu verhindern – also ein ganz normaler Vorgang während des Zahnwechsels.

Backenzähne haben keine Milchzahnvorgänger

Das bleibende Gebiss besteht aus 32 Zähnen, die hinteren Backenzähne haben übrigens keine Milchzahnvorgänger, sie entstehen nur im bleibenden Gebiss. Die gute Nachricht für die Kinder: Im Gegensatz zum Zahnen verläuft der Zahnwechsel im Normalfall schmerzfrei, allerdings kann es durchaus zu bestimmten Problemen kommen, etwa, wenn sich ein Zahn vor den anderen schiebt. Häufig ist dies der Fall, wenn der Milchzahn sehr fest sitzt und die Wurzel nicht rechtzeitig aufgelöst wurde. Dann kann sich der Zahnarzt dazu entscheiden, den Milchzahn zu ziehen. Gleiches gilt, wenn die Zweiten breiter sind als die Milchzähne, das Ziehen des Milchzahnes verhindert dann Passprobleme.

Zahnpflege ist von Beginn an wichtig

Die richtige Zahnpflege ist bereits bei den Milchzähnen notwendig, denn zerstörte Milchzähne sind ideale Nistplätze für Kariesbakterien, diese stecken die bleibenden Zähne schon während des Durchbruchs an. Experten empfehlen daher Kariesprophylaxe und Fluorid bereits im ersten Lebensjahr. Je früher Kinder an das regelmäßige und richtige Zähneputzen herangeführt werden, desto besser. Ebenso ist eine engmaschige Kontrolle durch den Zahnarzt wichtig. Zwar lässt sich eine Karies bei Kindern nicht immer verhindern, umso wichtiger ist es, erste Anzeichen zu erkennen: weißliche oder hellbraune Flecken auf dem Zahnschmelz. In diesem Stadium haben die Kleinen noch keine Schmerzen, diese kommen erst, wenn die Karies schwarz geworden ist oder Löcher zu sehen sind. Im Frühstadium gibt es wirksame Therapien, so kann zum Beispiel ausreichend Fluorid die Zähne wieder mit Mineralien versorgen, neuer Schmelz baut sich auf, Zähne werden wieder hart. Ist die Karies hingegen fortgeschritten, wird das Bohren unvermeidlich, das Kind bekommt eine Füllung.

Die Zahnentwicklungen im Überblick:

• Zwischen dem sechsten und achten Lebensjahr die ersten, mittleren Schneidezähne

• Zwischen dem siebten und neunten Lebensjahr die zweiten, seitlichen Schneidezähne

• Zwischen dem neunten und 13. Lebensjahr die Eckzähne

• Zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr die ersten Backen- oder Milchmahlzähne

• Zwischen dem zehnten und 14. Lebensjahr die zweiten Backen- oder Milchmahlzähne

• Zwischen dem 16. und 40. Lebensjahr die Weisheitszähne

An die Zahnbürsten, Kinder

Wer sagt eigentlich, dass Kinder ungern Zähne putzen? Und selbst wenn, manchmal bedarf es nur kleiner Tricks, um die Kleinen dafür zu begeistern.

>> Vorbild sein Kinder lernen durch Nachahmen, deshalb sollte man am besten immer gemeinsam mit dem Kind Zähne putzen.

>> Putzen auf Zeit Eine Sanduhr oder Zahnputzuhr helfen, das Kind zu motivieren.

>> Zahnbürste selbst gekauft! Wenn das Kind seine Zahnbürste im Geschäft selbst aussucht, macht es ihm auch mehr Spaß, sie zu benutzen.

Eine Geschichte – natürlich nicht zu gruselig – hilft, dass das Kind gerne seine Zähne putzt. Wer will schon einen Zahnteufel im Mund haben?

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