Jahresrückblick 2016 zum Schmunzeln
Kuriose Polizei-Einsätze

Im Streit zwischen drei Frauen wurde eine Klobürste kurzerhand zur Tatwaffe. Bild: dpa
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Bayern
19.12.2016
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2016 war in Bayern alles andere als ein leichtes Jahr. Schlimme Ereignisse wie der Amoklauf von München bleiben in Erinnerung. Doch die Polizei erlebte auch viele lustige Vorfälle.

München. Mal mutiert eine Klobürste zur Tatwaffe, mal flieht ein Schuhdieb ins nahe Polizeipräsidium. Eine Auswahl zum Schmunzeln:

Schusseliger Nachtschwärmer: Ein betrunkener Autofahrer hat in Kempten im Allgäu getankt - und seinen - unverschlossen - Wagen einfach vergessen. Eine Mitarbeiterin der Tankstation rief schließlich die Polizei. Als die Polizisten den Besitzer des Autos zu Hause aufsuchten, war schnell klar, warum der 32-Jährige so vergesslich war: Er war betrunken.

Ungewöhnliche Tatwaffe : Zu einem handfesten Streit mit einer Klobürste ist es am Münchener Flughafen gekommen. Dort waren sich an einem Waschbecken einer Damen-Toilette drei Frauen in die Haare geraten. Dabei attackierte laut Polizei eine 31-Jährige eine Kontrahentin (50) mit der Klobürste. Beamte konnten den Toiletten-Streit schnell schlichten, diverse Anzeigen wurden erstattet. Den Grund für die ungewöhnliche Auseinandersetzung konnte die Polizei nicht klären.

Aktionskunst mal anders: Eine Rentnerin hat in einem Nürnberger Museum mit einem Kugelschreiber Buchstaben in ein Kreuzworträtsel eingefügt, das zu einer Collage des Künstlers Arthur Köpcke gehört. Die 90-Jährige hatte die Aufforderung "Insert words" ("Setze Wörter ein") am Bildrand allzu wörtlich genommen. Die Staatsanwaltschaft stellte letztlich das Verfahren ein. Das Bild "Reading-work-piece" konnte mit Lösungsmitteln gereinigt werden.

Ohne Umweg: Sein Navigationsgerät hat einen Autofahrer (21) im Bayerischen Wald direkt auf die Skipiste gelotst. Der Wintersportler hatte das Skigebiet am Großen Arber als Ziel eingegeben. Das Navi führte ihn - an drei Verbotsschildern vorbei - auf eine Forststraße, die im Winter als Piste präpariert ist. Unterhalb einer Hütte blieb das Auto schließlich auf rund 1200 Metern Höhe in einem Schneehaufen stecken. Kurzerhand schnallte sich der Wintersportler seine Ski an, fuhr die Abfahrt hinunter und rief dort mit dem Handy Polizei und Abschleppdienst zur Hilfe.

Augen zu und durch: Ein Autofahrer in Augsburg hatte es mächtig eilig - und blieb in einer frisch geteerten Straße stecken. Der Fahrer hatte an der Baustelle die Absperrungen missachtet und auch nicht auf Zurufe und Handzeichen von Arbeitern reagiert. Dann lenkte er den Wagen auf den frischen Asphalt, wo die Reifen festklebten. Erst ein Abschleppdienst konnte das Auto aus dem heißen Teer befreien. Für das Erneuern der ramponierten Asphaltdecke sollte der Mann kräftig blechen.

Dumm gelaufen: Nach einem Diebstahl in einem Münchener Schuhgeschäft ist ein Ganove ausgerechnet in ein Polizeipräsidium geflohen. Der 31-Jährige hatte zwei - wie sich herausstellte linke - Sportschuhe aus dem Geschäft mitgehen lassen. Vom Filialleiter verfolgt bog der Ganove in eine Seitenstraße ein, lief durch ein Eingangstor - und stand plötzlich mitten im Präsidium. Der Dieb wurde festgenommen.

Leichte Beute: Wenig Arbeit hatte die Polizei auch bei einem Wohnungseinbruch in Nürnberg. Der mutmaßliche Täter lag zur Überraschung der Beamten im Bett des Opfers und schlief tief und fest. Der Mieter der Wohnung war abends nach Hause gekommen und hatte erst Einbruchspuren, dann den Mann in seinem Bett entdeckt. Polizeibeamte weckten den unter Drogeneinfluss stehenden 27-Jährigen.

Alles nur Theater: Ein Theaterstück hat im Allgäu einen Polizeieinsatz ausgelöst. Eine Frau hatte in Rückholz die Beamten alarmiert, weil sie in einem Waldstück Schüsse und Schreie gehört hatte. Als die Einsatzkräfte am vermeintlichen Tatort eintrafen, konnten sie aber Entwarnung geben: Die Schüsse und Schreie entstammten einem Theaterstück.

Dreikäsehoch mit Folgen: Gleich einen größeren Polizeieinsatz löste ein Bub (3) in einem Juweliergeschäft im Allgäu aus. Während die Mutter Schmuck begutachtete, begab sich der Kleine auf Entdeckungstour. Dabei fand er einen Alarmknopf und drückte ihn ausgiebig. Minuten später trafen Beamte am Ort des vermeintlichen Raubüberfalls ein.

Am Ende: Mitten auf der Straße schlief eine Autofahrerin (25) in Landshut überm Steuer ein. Zeugen hatten die Polizei wegen des Autos mit laufendem Motor und Warnblinklicht alarmiert. Eine Streife fand die Fahrerin über das Lenkrad gebeugt, schlafend. "Die Dame war derart unter Alkoholeinfluss gestanden, dass ein Alkotest nicht mehr möglich war", hieß es im Polizeibericht.
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