15.03.2018 - 22:34 Uhr
Deutschland & Welt

Klage nach Unfalltod von 24-Jähriger mit wenig Erfolgschance Kein Polizei-Fehler

München. Ihre Tochter verunglückte auf der Autobahn, aber Polizisten fanden zunächst das Wrack mit der Sterbenden nicht: Die Klage der Eltern der 24-Jährigen gegen den Freistaat hat wenig Aussicht auf Erfolg; die Richter am Oberlandesgericht (OLG) München machten den Eltern am Donnerstag keine Hoffnung. Sie sahen keine Pflichtverletzung der Polizeibeamten und bestätigten damit das vorangegangene Urteil des Landgerichts Augsburg. Das endgültige Urteil will das OLG am 5. April verkünden.

von Agentur DPAProfil

Im Juli 2015 war die 24-Jährige mit ihrem Auto bei Dasing (Kreis Aichach-Friedberg) von der Autobahn abgekommen. Ein Zeuge hatte den Polizeinotruf gerufen und den Vorfall gemeldet. Der zuständige Beamte in der Einsatzzentrale schickte eine Streife auf die Autobahn und ließ den Zeugen weiterfahren. Feuerwehr und Polizisten suchten den Autobahnabschnitt ab, fanden aber das Wrack nicht. Ein Grund: Laut OLG flog das Auto wegen der hohen Geschwindigkeit über einen Wildschutzzaun und verursachte damit keine sichtbaren Schäden. Erst acht Stunden später entdeckte ein Spaziergänger das Auto neben der Autobahn an einer Unterführung - nach Einschätzung der Richter ein von der Autobahn her schwer einzusehender Bereich. Da war die junge Frau bereits tot.

Der Vorwurf der Eltern: Hätte der Polizist in der Einsatzzentrale den Zeugen nicht weiterfahren lassen, hätte ihre Tochter mit dessen Hilfe in der Nacht schneller gefunden und gerettet werden können. Die Augsburger und auch die Münchener Richter sahen das anders. Die Aussage des Anrufers habe darauf schließen lassen, dass die Einsatzkräfte das Unfallauto sofort sehen würden.

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