13.03.2017 - 17:34 Uhr
Deutschland & Welt

Kriminalitätsstatistik für Bayern Einbrüche brechen aus

In der Oberpfalz ist im vergangenen Jahr die Kriminalität zurückgegangen. Allerdings nicht in jedem Bereich. Bei den Wohnungseinbrüchen schert der Bezirk aus. Und die Polizei hat bereits reagiert.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging zwar bayernweit zurück. Nur die Oberpfalz war 2016 der negative Ausreißer. Symbolbild: dpa
von Jürgen UmlauftProfil

München. Nach der von Innenminister Joachim Herrmann am Montag vorgestellten Kriminalitätsstatistik für Bayern blieb in der Oberpfalz die Zahl der polizeilich registrierten Delikte mit 45.259 praktisch konstant, wegen der gestiegenen Bevölkerungszahl sank die Häufigkeitszahl aber um 0,9 Prozent auf 4143 Delikte je 100.000 Einwohner. Das Risiko der Oberpfälzer, Opfer einer Straftat zu werden ist also gesunken. Nur in Niederbayern und Unterfranken war die Lage noch besser. Bayernweit zählte die Polizei 614.520 Straftaten, 19.600 oder 3,3 Prozent mehr als 2015. Dies führte zu einer Erhöhung der Häufigkeitszahl um 2,1 Prozent auf 4785. Die Kriminalitätsbelastung lag damit aber noch immer unter den Werten der vergangenen Jahrzehnte und blieb die bundesweit niedrigste. "In Bayern leben, heißt sicherer leben", erklärte Innenminister Joachim Herrmann bei der Vorlage der Zahlen.

Verantwortlich für die Zuwächse waren vor allem Rauschgiftdelikte, Fälle von Körperverletzung, Internetkriminalität und Urkundenfälschungen. Zurückgegangen ist dagegen die Zahl der Diebstähle und Einbrüche. Die Aufklärungsquote verbesserte sich von 62,8 auf 63,7 Prozent. Bei diesen Zahlen nicht berücksichtigt sind die überwiegend von Flüchtlingen begangenen fast 270.000 Verstöße gegen das Ausländerrecht - also Fälle von illegaler Einreise oder Nichtbeachtung der Residenzpflicht, die für sich genommen keine Auswirkungen auf die Sicherheitslage haben.

Dennoch gingen auf das Konto der Zuwanderer 2016 gut 36.000 Straftaten, rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Entsprechend stieg die Zahl tatverdächtiger Zuwanderer auf über 26.000. Hauptgrund dafür war die gestiegene Zahl an Flüchtlingen insgesamt. Über die Hälfte dieser Straftaten geschah in Asylbewerberheimen und Flüchtlingsunterkünften. Folglich war die große Mehrheit der Opfer ebenfalls Zuwanderer.

Große Herausforderung

Beispielhaft dafür war die Entwicklung der Gewaltkriminalität. Ohne Zuwanderer wäre diese im Vergleich zum Vorjahr mit rund 19.300 Fällen nahezu konstant geblieben, so stieg sie auf 21.100. Gut zwei Drittel der von Zuwanderern verübten Gewaltdelikte betrafen ebenfalls Zuwanderer. Herrmann sprach dennoch von einer "Riesenherausforderung" für die Polizei. Zum einen müsse diese verhindern, dass ins Land gebrachte Konflikte in den Unterkünften weitergeführt würden, zum anderen müssten vor der Gewalt in ihrer Heimat geflohene Menschen bei uns in Sicherheit leben können.

Als erfreulich wertete Herrmann die Entspannung bei den Wohnungseinbrüchen. Deren Zahl ging nach den steilen Zuwächsen der Vorjahre bayernweit um 10 auf 7470 zurück, wobei es bei rund einem Drittel der Fälle beim Versuch blieb. In der Oberpfalz stieg die Zahl der Einbrüche entgegen der sonst positiven Tendenz deutlich von 561 auf 630 an. Bayernweit konnte die Polizei 1055 Einbrecher ermitteln (plus 18,1 Prozent). Knapp die Hälfte davon waren bandenmäßig organisierte Täter aus Ost- und Südosteuropa. Flüchtlinge spielten laut Herrmann bei Wohnungseinbrüchen praktisch keine Rolle. Die Polizei hat darauf mit Sonderkontrollen am vergangenen Samstag reagiert. Aufgrund intensiverer Kontrollen deckte die Polizei 2016 fast 20 Prozent mehr Fälle von Rauschgiftkriminalität auf. Die Zahl der erfassten Delikte stieg auf über 49.000. Vor allem der Handel mit größeren Mengen weitete sich aus. Zunahmen gab es insbesondere bei LSD, Kokain und Amphetaminen, bei Crystal Meth gab es einen Rückgang um 14,4 Prozent auf 2441 Fälle. Herrmann kündigte dennoch an, im grenzüberschreitenden Kampf gegen Crystal nicht nachzulassen. Insgesamt bezahlten 2016 321 Menschen in Bayern ihren Drogenkonsum mit dem Leben (plus 2,2 Prozent). 25 davon gingen auf das Konto von Crystal Meth (plus 4).

Münchener Amoklauf: Anklage erhoben

Die Staatsanwaltschaft München I hat gegen den mutmaßlichen Verkäufer der beim Münchener Amoklauf benutzten Waffe Anklage erhoben. Dem 32 Jahre alten Mann werden fahrlässige Tötung in neun Fällen, fahrlässige Körperverletzung in fünf Fällen sowie Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen, wie der Sprecher der Anklagebehörde, Florian Wienzierl, am Montag sagte. Das Verfahren sei noch nicht zur Hauptverhandlung zugelassen. Bei dem Amoklauf am 22. Juli am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) hatte der 18 Jahre alte Schütze die Waffe offenbar im sogenannten Darknet besorgt. Der mutmaßliche Waffenhändler war im August festgenommen worden. (dpa)

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