Lichtgestalt unter Tage

Die Bergleute bauen auf sie. Kein Tunnel wird gegraben, ohne dass ein Bildnis der heiligen Barbara installiert wird. Bilder: gis (2)
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Bayern
08.12.2016
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Bei der großen Reform des Heiligenkalenders ist die heilige Barbara in den Hintergrund gerückt, weil man hinter der Legende wenig von ihrer eigenen Persönlichkeit spürt. Völlig zu Unrecht, wie viele Menschen meinen.

Fichtelberg. Im Geschichtsbuch blätterte Pfarrer Josef Fischer zu Beginn des Barbara-Gottesdienstes in erinnerungsträchtiger Atmosphäre im Bergwerk "Gleissinger Fels". Im Leben vieler Gläubiger spielt die Patronin der Bergleute nämlich eine große Rolle. Kein Tunnel wird gegraben, bevor die Bauleute nicht eine Nische mit einer Barbara-Figur anbringen, keine Adventszeit ohne Barbarazweige.

Die Schutzheilige hat ihren Glauben bekannt in einer Zeit der Christenverfolgung. "Ihre Legende zeigt einen Menschen, der uns zur Leuchtgestalt im Glauben wird - für gestern, heute und morgen", gab der Seelsorger den zahlreich Versammelten mit auf den Weg. Mitgestaltet wurde der Gottesdienst, Mittelpunkt der traditionellen Barbarafeier, vom Männerchor des Gesangvereins "Edelweiß" Mehlmeisel unter der Leitung von Martin Wiche.

"Der Schutzgedanke, der sich durch die Legende zieht, ist auch immer wieder aktuell, weshalb wir hier der heiligen Barbara danken und weiterhin um ihre Hilfe bitten", erklärte Bergwerkbetreiber Thomas Obermüller den tieferen Sinn der Feier, die traditionsgemäß mit Glühwein, Gebäck und Gesprächen über Gott und die Welt endet. Glücklich ist Obermüller, dass sich auch das vergangene Jahr sehr erfreulich entwickelt habe - auch dank der umsichtigen Mitarbeiter mit ihren ausgezeichneten Führungen. Leider falle es in Fichtelberg schwer, geeignete Aushilfekräfte zu finden, was bei den ständig ansteigenden Besucherzahlen zu einem ernsten Problem werden könnte, befürchtet er. Wie bereits berichtet, wird der Bergwerkseigentümer, die Montanstiftung NO-Bayern, das Bergwerk um- und ausbauen. "Der Gleißinger Fels soll zu einer überregionalen, modernen, zeitgemäßen Attraktion umgestaltet werden", warf Obermüller einen Blick in die nahe Zukunft. Geplant sind demnach ein neues Betriebsgebäude mit den für einen umfangreichen Besucherverkehr notwendigen Einrichtungen. "Der Bereich der Kaue wird deutlich nach vorne vergrößert, so dass wir", so Obermüller, "vielleicht im nächsten Jahr schon in einem doppelt so großen Raum feiern können". Er wird als museale Einrichtung und Vortragsraum genutzt werden. Besonders freut es den Bergwerksbetreiber, der in die Planungen mit eingebunden ist, dass der originale Charakter und das Ambiente der Kaue des Eingang erhalten bleibt, wenn auch wesentlich größer.

Jetzt schon bat Obermüller darum, für den Aufbau des künftigen Museums Fotografien, alte Dokumente, Mineralien oder Fichtelberger Eisen leihweise zur Verfügung zu stellen, denn der Erhalt und die Sicherung dieses Materials stelle eine wichtige historische Aufgabe dar.

Der Gleißinger Fels soll zu einer überregionalen, modernen, zeitgemäßen Attraktion umgestaltet werden.Thomas Obermüller
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