Mann zwingt Frau zu Autofahrt: Geiselnahme wird Freiheitsberaubung
Vorwürfe geändert

Der vermummte Angeklagte steht im den Sitzungssaal neben seinem Rechtsanwalt Klaus-Peter Knauf. Er soll Anfang September 2015 in Dachau eine Frau in ihrem Auto gekidnappt und gezwungen haben, mit ihm nach Salzburg zu fahren. Bild: Lino Mirgeler/dpa
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Bayern
28.02.2018
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München. In einem komplexen Prozess um eine angebliche Geiselnahme mit Vergewaltigung gegen einen 33-Jährigen sind Vorwürfe eingestellt und geändert worden. Die Geiselnahme wird nun vor dem Landgericht München II als Freiheitsberaubung bewertet, der Vorwurf der Vergewaltigung wurde gestrichen. Bedingung ist, dass der Angeklagte alle weiteren Vorwürfe gesteht und ein Strafmaß von bis zu vier Jahren akzeptiert. Darauf einigten sich das Gericht, Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung am Mittwoch.

Der 33-jährige Angeklagte soll im Juli, August und September 2015 eine Frau mehrfach mit dem Tod bedroht, genötigt und verletzt haben. Im September soll der Mann die Frau gezwungen haben, ihn von Dachau nach Salzburg zu fahren. Dabei habe er das Opfer mehrfach verletzt und zudem Drogen bei sich gehabt. Erst nach mehr als einer Woche sei der Mann wieder mit der Frau nach Deutschland gefahren. In der Nähe von München ließ er sie frei.

Der Prozess hat eine längere Vorgeschichte; der jetzige Auftakt war der vierte Anlauf. Beim ersten Treffen vor Gericht hatte die Frau zusätzlich zur bisherigen Anklage geschildert, vor der Fahrt nach Salzburg vom Angeklagten vergewaltigt worden zu sein. Die Anklage wurde erweitert und erneut verhandelt. Gegen Ende des zweiten Anlaufs starb ein Schöffe, der Prozess konnte nicht beendet werden. Beim dritten Anlauf kam das Gericht zu dem Schluss, dass gegen den Mann Sicherheitsverwahrung zu beantragen sei. Da die Gerichtsbesetzung dazu formell nicht berechtigt war, begann der Prozess erneut. Der Prozess wird am 12. März fortgesetzt.
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