Mit zwei Projekten siegreich

Das Informatik-P-Seminar "MAK 3-D" des Otto-Hahn-Gymnasiums mit Leiter Markus Hartung und Schulleiter Stefan Niedermeier (rechts). Bilder: privat (2)
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Bayern
07.12.2016
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Philipp Grünler erreichte mit seiner Forschungsarbeit Platz eins.

Da ist nicht nur Schulleiter Stefan Niedermeier stolz: Schüler des Marktredwitzer Otto-Hahn-Gymnasiums forschten und überzeugten durch präzises wissenschaftliches Arbeiten. Die Auszeichnungen motivieren für weitere Projekte.

Marktredwitz. Der Nordoberfränkische Verein für Natur-, Geschichts- und Landeskunde in Hof vergibt seit 1995 jedes Jahr Preise für herausragende Schülerarbeiten. Eingeladen zur Teilnahme an dem jährlich durchgeführten Wettbewerb sind alle Schüler, die in der Stadt Hof oder den Landkreisen Hof, Kronach und Wunsiedel eine Schule besuchen. Die in zwei Kategorien (Einzel- oder Gruppenarbeit) eingereichten Arbeiten können prinzipiell aus allen Schulfächern stammen; notwendig ist ihr Bezug zur Region oder Teilen davon. Ziel des Wettbewerbs ist es, junge Menschen zur intensiven, erforschenden Beschäftigung mit ihrer Heimat zu bewegen.

Das Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz konnte sich in beiden Kategorien behaupten und errang bei den Gruppenarbeiten den zweiten Platz und bei den Einzelarbeiten sogar den ersten. Der Preis für die Gruppenarbeit ging an 15 Schüler des Informatik-P-Seminars "MAK 3-D" unter der Leitung von Studienrat Markus Hartung. Im Wesentlichen beschäftigten sich die Jugendlichen mit der Vermessung zweier städtischer Gebäude, die einen hohen Identifikationswert besitzen: des Rathauses und der Herz-Jesu-Kirche. Die Idee war es, Gebäude der Stadt oder aus der Umgebung von Marktredwitz mit Hilfe einer 3-D-Software abzubilden, wozu eine Reihe von Vorarbeiten nötig war. Die Jugendlichen arbeiteten sehr selbstständig und zuverlässig. Zwischenpräsentationen wurden geplant und durchgeführt, um den kontinuierlichen Fortgang des Projekts sicherzustellen. Am Ende war es durch die Firma Scherdel und die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden ermöglicht worden, die Modelle mit einem 3-D-Drucker zu visualisieren. Im Februar 2016 fand die Abschlusspräsentation des Seminars im Historischen Rathaus der Stadt Marktredwitz statt. Hier wurden die Modelle Oberbürgermeister Oliver Weigel und Vertretern der Firma Scherdel vorgestellt. Diese Projektarbeit würdigte die Jury mit einem Preisgeld von 250 Euro.

Feldpostbriefe

Den ersten Preis erhielt Philipp Grünler für seine "Kritische Betrachtung der Kriegsbegeisterung mit besonderem Augenmerk auf die Region Fichtelgebirge", entstanden im Rahmen des W-Seminars "Das Jahr 1914: Weltkrieg, Wahn und Wandertaube" unter der Leitung von Oberstudienrätin Mary Möller. Grünler hatte für seine Untersuchung vielfältige Quellen erschlossen: von letzten, indirekten mündlichen Quellen über Feldpostbriefe, reichsweite und lokale Zeitungen bis hin zu ausgefallenen Archivalien wie dem persönlichen Notizbuch eines Soldaten und der Kriegschronik der Schule in Raumetengrün. "Des Weiteren ist Grünlers Einsatz für die Erschließung der Quellen zu berücksichtigen: die Kontaktaufnahme im persönlichen und amtlichen Bereich, die Einarbeitung in ungewohnte Handschriften und die Sichtung einer erheblichen Menge an Quellenmaterial", hieß es in der Laudatio.

Schließlich wurde die überzeugende Auswertung der Materialien gelobt, wodurch ein differenziertes Stimmungsbild der ländlichen und kleinstädtischen Bevölkerung bei Kriegsausbruch entstanden sei. Philipp Grünler habe mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag um das lange tradierte Bild einer alle Bevölkerungsgruppen vereinigenden Kriegsbegeisterung im August 1914 geleistet und dieses teilweise berichtigt. Die Jury erkannte ihm dafür den mit 500 Euro dotierten ersten Preis zu.
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