01.09.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Plädoyer im NSU-Prozess Zschäpe als Mittäterin

München. Die Bundesanwaltschaft hat am siebten Tag ihres Plädoyers im NSU-Prozess die volle Mittäterschaft der Hauptangeklagten Beate Zschäpe bekräftigt. Auch die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung lägen vor, sagte Oberstaatsanwältin Anette Greger am Freitag vor dem Oberlandesgericht München. Die konkreten Strafforderungen für die Angeklagten stehen aber noch aus.

von Agentur DPAProfil

Ohne Zschäpes Tatbeiträge hätten ihre Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nicht gezielt Zuwanderer ermorden, Sprengstoffanschläge verüben oder Banken ausrauben können, so Greger. Sie habe die rechtsextremistischen Ziele des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) - "die Bevölkerung auf erhebliche Weise einzuschüchtern" und die Bundesrepublik Deutschland als Staat zu schädigen - geteilt.

Dass Zschäpe an den Tatorten nicht auftauchte, erklärte Greger damit, dass sich die Angeklagte nicht selbst gefährden wollte. Sie habe aber den Willen zur "Tatherrschaft" gezeigt - etwa, als sie Mundlos und Böhnhardt an dem Tag in München anrief, an dem die beiden den Gewerbetreibenden Theodoros Boulgarides erschossen. Zschäpe "bildete ein Drittel eines verschworenen Triumvirats", sagte Greger. Zusätzlich habe sich Zschäpe des versuchten Mordes schuldig gemacht, als sie am 4. November 2011 die Fluchtwohnung des Trios in Brand setzte.

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