Sammlung Keck geht an die Mineralogische Staatssammlung
Steinreiches Waidhaus

Erich Keck (links) mit dem Vizedirektor und Hauptkonservator der Mineralogischen Staatssammlung München, Rupert Hochleitner, vor der Vitrine mit dem nach Keck benannten "Keckit". Bild: jum
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Bayern
17.05.2017
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s Landeshauptstadt hat ja schon viel an Auf- und Umzügen erlebt. Aber dass Bergmannsveteranen in vollem Ornat und das alte Lied vom Steiger singend durch ein Hochschulgebäude ziehen, das dürfte doch eine Premiere gewesen sein.

München. So also schritt die Abordnung des Knappenvereins Hagendorf im Münchener "Reich der Kristalle" im ohnehin geschichtsträchtigen Pinakothekenviertel stolz und feierlich der Eröffnung einer Ausstellung entgegen, die die kurze Blüte des Bergbaus bei Waidhaus (Kreis Neustadt/WN) noch einmal aufleben lässt. Denn auf den Tag genau vor 50 Jahren wurde der Hagendorfer "Corneliaschacht" zum Abbau der Feldspatvorkommen für die Porzellanindustrie seiner Bestimmung übergeben.

Für immer in München


Für Rupert Hochleitner, den Vizedirektor der Mineralogischen Staatssammlung München, wäre das allein noch kein Anlass gewesen, seinen Ausstellungsraum zu reservieren. Feldspat ist nun kein besonderes Gestein, auch wenn der Pegmatit von Hagendorf-Süd unter Experten zu den bekanntesten weltweit gehört. Doch was der Bergbau darüberhinaus an mineralogischen Spezialitäten ans Tageslicht brachte, das lockte schon bald Gesteinsforscher von überall her an. Aber da gibt es noch Erich Keck aus Etzenricht, der sich in der Hagendorfer Grube wohl mindestens so gut auskennt wie im heimischen Wohnzimmer. Seine umfangreiche Gesteinssammlung ist das Rückgrat der Ausstellung im "Reich der Kristalle". Sie wird nun für immer in München bleiben, Keck hat sie der Staatssammlung vermacht. "Die Ausstellung ist eine Hommage an Erich Keck", verneigte sich Hochleitner verbal vor dem Oberpfälzer Sammler.

Im Verborgenen


Welchen wissenschaftlichen Wert der "Corneliaschacht" und die Sammlung Keck für Mineralogen hat, machte der Göttinger Professor Arno Mücke deutlich. "Erich Keck hat die weitaus größte, vollständigste und am besten etikettierte Sammlung Hagendorfer Gesteine zusammengetragen", schwärmte er. Es sei nicht nur die schiere Anzahl der Funde, denn viele Minerale seien erstmals weltweit in Hagendorf entdeckt worden. Aktueller Stand: 22. So war Erich Keck an diesem Abend zwar die Hauptperson, er selbst wollte darum aber möglichst wenig Aufhebens machen. "Ich arbeite lieber im Verborgenen - so wie die Mineralien", hielt er sich bescheiden im Hintergrund. Und das, obwohl eines der ausgestellten Gesteine nach ihm benannt ist, der "Keckit". Das ist so etwas wie der Ritterschlag. Immerhin mochte er aber zugeben, schon einen "Haufen Arbeit" in die Sammlung investiert zu haben.

"Mich lässt das nicht los", sagte er und schob versonnen hinterher: "Eigentlich mache ich nichts anderes." Es gibt ja auch noch viel zu entdecken im Fundus der Hagendorfer Sammler. Nach Einschätzung Hochleitners ist der Hagendorfer "Corneliaschacht" auch bald 35 Jahre nach seiner Schließung die "berühmteste und artenreichste Minerallagerstätte Bayerns". Und dank der Sammlung Keck könnten alle dort neu beschriebenen Mineralien erstmals gebündelt an einem Ort öffentlich gezeigt werden - von Klassikern wie dem Phosphophyllit-Zwilling über "fantastische Hureaulithe" bis hin eben zum Keckit.

Eröffnet wurde die Ausstellung schließlich mit einer Reminiszenz an die Taufe des "Corneliaschachts" vor 50 Jahren. Namensgeberin ist Cornelia Stoffels, die damals als fünfjährige Tochter des Grubengeschäftsführers. Sie ließ wie damals an der Felswand nun eine Flasche Sekt an der Wand des Hochschulgebäude zerschellen.
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