Sohn bekommt neuneinhalb Jahre Haft für Rattengiftanschlag auf Eltern
Mordplan und Märchenstunde

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Bayern
02.03.2018
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Ingolstadt. Den Vorwurf, dass er seine Eltern mit Rattengift aus China umbringen wollte, will der Angeklagte nicht auf sich sitzen lassen. Der 53-Jährige legt sich eine abenteuerliche und abstrus klingende Verteidigungsrede zurecht - letztlich zu abstrus. Denn von den Erklärungen lässt sich das Landgericht Ingolstadt nicht beeindrucken.

"Das ist alles ziemlich hanebüchen", kommentiert der Vorsitzende Richter Jochen Bösl am Freitag in seiner Urteilsbegründung. Wegen zweifachen versuchten Mordes schickt er den Sohn neuneinhalb Jahre ins Gefängnis. Ärzte konnten die lebensbedrohlich vergifteten Opfer gerade noch retten. "Es war reiner Zufall, dass die Eltern nicht verstorben sind", sagt der Richter. Die Verteidiger, die Freispruch gefordert hatten, kündigen Revision beim Bundesgerichtshof an.

Der Angeklagte lebte im oberbayerischen Wettstetten im Nachbarhaus seiner 77 Jahre alten Mutter und des 81 Jahre alten Vaters. Monatelang hatte sich der Landwirt im Jahr 2016 mit einem speziellen Rattengift beschäftigt, im Internet recherchiert und dann zweimal per E-Mail in China das Gift bestellt.

Allerdings gehen die Richter nicht davon aus, dass der Sohn mit dem Mordanschlag an das Erbe kommen wollte, wie es die Staatsanwaltschaft vermutet hatte. Denn der angeklagte Bauer hat einerseits zwar Schulden, andererseits aber auch Immobilienbesitz und kann insofern selbst als vermögend bezeichnet werden.
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