Tödliche Schüsse in der Silvesternacht
Anklage fordert Lebenslänglich

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Bayern
22.12.2016
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Bamberg. Im Mordprozess um die getötete Janina (11) hat ein Psychiater nicht ausgeschlossen, dass der Angeklagte vermindert schuldfähig ist. Das könnte bedeuten, dass der 54-Jährige im Falle eines Urteils wegen Mordes nicht lebenslang in Haft muss. Er könne nicht ausschließen, dass der Angeklagte in der Silvesternacht 2015 nur eingeschränkt steuerungsfähig war, sagte der Psychiater am Mittwoch in der Verhandlung am Landgericht Bamberg.

Die Anklage wirft dem 54-Jährigen gelernten Maurer Mord vor. Er soll in Unterschleichach (Kreis Haßberge) heimtückisch auf eine Gruppe Feiernder geschossen haben. Dabei erlitt Janina tödliche Verletzungen.

Die Frage, warum der Mann gefeuert hatte, beschäftigt das Gericht weiter. Der Angeklagte sei depressiv, zudem belastet gewesen durch die Trennung von seinem Sohn (15) und verärgert über den Lärm auf der Straße. Es sei nicht eindeutig zu belegen, aber möglich, dass sich der Mann deshalb nicht mehr ganz habe steuern können, so der Gutachter. Im juristischen Sinne sei er so möglicherweise nicht voll schuldfähig gewesen. Folgt das Gericht der Argumentation, droht ihm "nur" eine Gefängnisstrafe zwischen 3 und 15 Jahren.

Die Mutter des Mädchens erzählt vor Gericht von ihrer Trauer. "Die Lücke wird sich nie schließen", sagt die Frau. "Vor einem Jahr noch waren wir eine glückliche Familie, Janina hat sich sehr auf ihren kleinen Bruder gefreut." Seit der Tragödie sei das Leben ein Kampf. Als die Elfjährige starb, war ihr Bruder neun Wochen alt. "Ich kann nicht die Mutter sein, die ich war", sagte die Frau.
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