Tragödie von Arnstein
Anklage gegen Vater

Ein Polizist vor der abgesperrten Zufahrt zum Unglücksort in der Nähe von Arnstein bei Würzburg. Bild: Daniel Karmann/dpa
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Bayern
01.09.2017
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Eine Feier endete in einer Tragödie. Die Gase des benzinbetriebenen Stromaggregats verwandelten ein Gartenhaus in eine tödliche Falle. Jetzt sagen die Ermittler: Der Vater zweier Toten hätte das Unglück verhindern können.

Arnstein. Sieben Monate nach dem Kohlenmonoxid-Tod von sechs Teenagern in einem Gartenhaus in Unterfranken hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Eigentümer der Hütte erhoben. Der 52 Jahre alte Vater zweier Toten habe ein Stromaggregat trotz fehlender Zulassung in einem geschlossenen Raum aufgestellt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Sie werfen dem Mann fahrlässige Tötung in sechs Fällen vor. Bei einer Verurteilung drohen ihm eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Haft.

Die Ermittlungen hatten bereits nach wenigen Tagen ergeben, dass der Benzin-Generator für den Tod der jungen Menschen verantwortlich war. Der Eigentümer hatte ihn in einem Nebenraum abseits der Wohnräume aufgestellt, obwohl das Gerät dem Hersteller zufolge dafür nicht zugelassen war.

Die sechs jungen Leute im Alter von 18 und 19 Jahren hatten im Januar in der abgelegenen Laube nahe Arnstein (Landkreis Main-Spessart) gefeiert. Im Laufe des Abends breiteten sich den Ermittlungen zufolge giftige Abgase in der gesamten Hütte aus. Die Teenager hatten das wohl nicht bemerkt - Kohlenmonoxid gilt als geruchslos. Wird es über längere Zeit eingeatmet, führt es über Bewusstlosigkeit schleichend zum Tod.

Der nun Angeklagte hatte sich am Morgen Sorgen um seine Kinder gemacht und seine Tochter, seinen Sohn und ihre vier Gäste tot in dem Häuschen gefunden. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hätte er das Unglück durch die Hinweise des Herstellers vorhersehen und vermeiden können.
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