19.02.2018 - 18:18 Uhr
Deutschland & Welt

Unfallstatistik 2017 So wenig Verkehrstote wie nie in der Oberpfalz

Im Jahr 2017 kamen auf den Straßen in der Oberpfalz 55 Menschen ums Leben - der niedrigste Wert seit 1954. Ein schwerer Unfall trübt die Statistik für den gesamten Freistaat.

Bild: Julian Stratenschulte/dpa
von Jürgen UmlauftProfil

München/Regensburg. In Bayern hat es 2017 so wenige Verkehrstote gegeben wie noch seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 60 Jahren. Insgesamt zählte die Polizei 608 Tote, acht weniger als im Vorjahr. Die Statistik wäre noch deutlich besser ausgefallen, hätte es den dramatischen Busunfall mit 18 Toten auf der A9 bei Münchberg nicht gegeben. Auch bei den Verletzten gab es einen Rückgang auf 69 659, 2104 weniger als 2016. Die Statistik wurde im Jahr 1954 eingeführt.

Auf einen historischen Tiefstand sank die Zahl der Verkehrstoten in der Oberpfalz. Sie ging deutlich von 80 auf 55 zurück. Auch im Bezirk stieg die Zahl der registrierten Verkehrsunfälle an, um 2,2 Prozent auf knapp 36 000. Hauptursache dafür war der Anstieg bei Wildunfällen auf fast 10 000. Neben den 55 Verkehrstoten wurden in der Oberpfalz 6017 Verletzte gezählt (minus 3,8 Prozent).

Als "bedenklich" wertete das Polizeipräsidium in Regensburg den weiteren Anstieg der Fälle von Unfallflucht. Fast 6000 Mal (plus 4,1 Prozent) entfernten sich Unfallverursacher unerlaubt vom Ort des Geschehens. Man betrachte dies als Herausforderung für die polizeiliche Arbeit in den kommenden Jahren, hieß es. Eine Trendwende sah man bei den Motorradunfällen. Hier sank die Gesamtunfallzahl um 10 Prozent auf 510, die Zahl der dabei Getöteten ging von 23 auf 8 zurück. Innenminister Joachim Herrmann bekräftigte auf der Basis der Zahlen sein Ziel, die Zahl der Unfalltoten bis 2020 auf unter 550 zu senken. Die niedrigeren Zahlen an Toten und Verletzten ergab sich laut Statistik trotz eines Anstiegs der registrierten Unfälle um 1,7 Prozent auf knapp 405 000. Die meisten Unfälle mit Todesfolge ereigneten sich wieder auf Landstraßen, gefolgt von den Autobahnen. Auffällig war dabei, dass immer häufiger schwere Lastwagen als Verursacher auffallen. Die Zahl der Toten bei Schwerverkehrsunfällen stieg um 33 Prozent auf 157. Leichte Rückgänge gab es dagegen bei getöteten Fußgängern (minus 8,8 Prozent) und Motorradfahrern (minus 7,5 Prozent). Dennoch blieb jeder fünfte Verkehrstote ein Motorradfahrer. Ein leichtes Plus (plus 2,9 Prozent) wurde bei getöteten Radfahrern registriert. Ein Drittel aller Verkehrstoten wurde Opfer von Raserei im Straßenverkehr. Aus dem gleichen Grund verloren auch 35 763 Verkehrsteilnehmer vorübergehend ihren Führerschein. Auf Autobahnen war ungenügender Sicherheitsabstand eine häufige Ursache. Die Zahl der Todesfälle stieg von 44 auf 70. Wie im Vorjahr gab es knapp 60 Verkehrstote wegen Alkohol am Steuer.

Insgesamt hätten laut Herrmann 61 Personen nicht sterben müssen, wären sie angeschnallt gewesen. Die Verkehrssicherheitskampagnen würden heuer deshalb besonders auf "Gurtmuffel", alkoholisierte Fahrer und die Einhaltung der Ruhezeiten von Lkw-Fahrern konzentriert.

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