Viechtacher Feuerwehrleute versuchten Marsch
Krämpfe beenden Rekordjagd

In voller Montur eines Atemschutzträgers, die gut 30 Kilo wiegt, waren Markus Muhrhauser (links) und Stefan Kopera unterwegs. Bild: Lang
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Bayern
04.01.2017
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Das Vorhaben, in voller Atemschutzausrüstung 100 Kilometer in unter 22 Stunden und 55 Minuten zu marschieren, war am Ende dann zu ambitioniert. Um 1.20 Uhr in der Nacht zum Mittwoch war der Weltrekordversuch der Viechtacher Feuerwehrmänner gescheitert.

Viechtach. Um 18 Uhr waren der Stefan Kopera (25) und Markus Muhrhauser (31) an der Antoni-Kirche gestartet - bejubelt von vielen Unterstützern und auch begleitet von einem BR-Filmteam. Die ersten Runden liefen auch sehr gut, die beiden waren gut in der Zeit. Doch nach neun Runden und über 22 Kilometern wurde Kopera schlecht und schwindelig - der Kreislauf machte seinem Ehrgeiz einen Strich durch die Rechnung. Der 25-Jährige musste zu diesem Zeitpunkt aufgeben.

Bis 1 Uhr klappte alles

Markus Muhrhauser hingegen wollte den Weltrekord unbedingt nach Viechtach holen und ging weiter, was bis 1 Uhr morgens auch klappte - trotz der eisigen Kälte und des kalten Windes, die ihn stets begleiteten. Doch auch menschliche "Mitläufer" gesellten sich zu ihm und munterten ihn auf. "Er hat sich bis zur letzten Runde super geschlagen", sagt der Kommandant der Viechtacher Feuerwehr, Fabian Fuihl. Bis dahin hatte er die 2,59 Kilometer lange Strecke 15 Mal zurückgelegt und 37,5 Kilometer geschafft. Blutzucker- und Blutdruckwerte seien, so Fuihl, die ganze Zeit über in Ordnung gewesen.

In einer Pause habe sich Muhrhauser dann kurz hingelegt, um ein wenig auszuruhen, doch dann hätten enorme Krämpfe eingesetzt. "Die Sanitäter haben noch etwa eine Stunde lang versucht, mit Magnesiumtabletten die Krämpfe wegzubekommen, doch es half nichts mehr. Und so erklärten sie den Rekordversuch für beendet", informiert Fuihl. Muhrhauser wurde in die Arberlandklinik Viechtach gebracht, wo er bis Mittwochmittag eine Infusion bekam.

Als das Aus des Weltrekordversuchs klar wurde, war die Stimmung "natürlich relativ gedrückt", erzählt Fuihl im Nachhinein. Er selbst ist stolz, dass die beiden es überhaupt versucht haben und so weit gekommen sind. "Markus hat bis zum Schluss gekämpft, er wollte es unbedingt schaffen." Fuihl ist zuversichtlich, dass dies nicht der letzte Versuch war. "Wie ich die beiden kenne, werden sie es nochmal angehen." Dann allerdings mit mehr Training im Vorfeld. Denn, so gibt Fuihl zu, haben die paar Trainingseinheiten offenbar nicht ausgereicht, um diese Mammutaufgabe zu stemmen.

Neben all dem Medienecho und den Spenden, die je zur Hälfte an die Kinderkrebshilfe Cham und die Flutopfer in Simbach gehen, gibt es aber noch einen sehr positiven Nebeneffekt für die Viechtacher Feuerwehr.

"Zusammenhalt groß"

Nachdem zuletzt nach dem Rücktritt von Christian Hauner als Kommandant (vermutlich aus den eigenen Reihen gingen anonyme Schreiben an die Stadt) Unruhe in die aktive Mannschaft einkehrte, ist es nun für das neue Team um ersten Kommandanten Fuihl und zweiten Kommandanten Christian Benz schön zu sehen, wie "groß der Zusammenhalt" der Truppe wieder ist.

Denn so eine ehrgeizige Aktion bei Minusgraden schweißt alle Beteiligten zusammen - vor allem, wenn sie in solch einem Rekordtempo organisiert wurde. Wer weiß, vielleicht könnte man damit noch ins "Alternative Book of Records" einziehen.
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