14.12.2017 - 13:23 Uhr
Deutschland & Welt

Von Hörgeräten, Implantaten und Hörtraining Was hast du gesagt?

Die Augen gelten als das Königsorgan des Menschen – dabei leisten die Ohren nicht minder Faszinierendes: Sind sie es doch, die einen besonderen Zugang zur Welt schaffen. So ist es möglich, dass wir am Telefon ausmachen können, ob der Gesprächspartner lächelt oder traurig ist. Selbst inmitten der größten Lärmkulisse sind wir in der Lage, einzelne Geräusche herauszufiltern. Der komplexe Aufbau von Ohren macht dies möglich, allerdings ist das sensible Konstrukt auch anfällig für Erkrankungen. Hörminderung kann durch andauernde Lärmbelästigung, Vererbung, Alter oder durch eine Krankheit hervorgerufen werden.

von Gesund & VitalProfil

Wie funktioniert eigentlich Hören?

Das Geräusch trifft auf die Ohrmuschel, die Schallwellen wandern ins Mittelohr und bringen das Trommelfell zum Vibrieren. Über die drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel werden diese Schwingungen nach innen geleitet – zum Innenohr, dem eigentlichen Hörorgan. Hier befindet sich die Gehörschnecke mit ihren Haarzellen, beziehungsweise Sinneszellen mit winzigen Härchen an einem Ende. Die Vibrationen werden in elektrische Impulse umgewandelt und das Signal weiter an den Hörnerv geleitet. Dort gelangt es über die Hörbahn zur Weiterverarbeitung ins Gehirn. Wir hören die Welt.

Ursachen für Hörminderung

Lärm ist eine der Hauptursachen für Hörminderung – kein Wunder, bringt dauerhafter Lärm doch das sensible Konstrukt gehörig und nachhaltig aus dem Gleichgewicht. Es genügt, dass ein einzelnes Rädchen im komplexen Hörvorgang gestört ist, um eine generelle Hörminderung hervorzurufen. Lärm ist jedoch nicht die einzige Ursache für Schwerhörigkeit, so ist der zunehmende Verlust von Hörvermögen im Laufe des Alters ein normaler Prozess. auch die Vererbung spielt eine Rolle, gibt es familiäre Häufigkeiten von Schwerhörigkeit, ist die Wahrscheinlichkeit einer Vererbung hoch. Desweiteren können Infektionen und Erkrankungen Gründe für Hörminderung sein, etwa Ohrentzündungen oder bakterielle Infektionen und Viruserkrankungen wie Scharlach oder Masern. Schließlich können bestimmte Medikamente sowie übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen das Gehör negativ beeinflussen. Verantwortlich dafür sind die enthaltenen Substanzen, die sich bei dauerhaftem Konsum auf den Hörsinn auswirken.

Was tun gegen Schwerhörigkeit?

Hat sich eine chronische Schallempfindungsschwerhörigkeit entwickelt, sind Hörgeräte die erste Wahl – sie helfen, verschiedene Töne wieder wahrzunehmen und Gesprächen besser folgen zu können. Hörimplantate sind dann sinnvoll, wenn ein Hörgerät fortgesetzt Probleme wie Infektionen bereitet oder wenn die Schwerhörigkeit weit fortgeschritten ist. Besonders für Kinder mit angeborenen und schwerwiegenden Hörschäden kann ein Implantat sinnvoll sein. Ein Hörgerät zu tragen, geschieht heutzutage übrigens weitaus diskreter als noch vor wenigen Jahren. Neben Mini-Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten gibt es inzwischen nahezu unsichtbare Im-Ohr-Hörgeräte.

Schwerhörigkeit beginnt schleichend

Oftmals beginnt eine Schwerhörigkeit schleichend, über Jahre kann sich diese entwickeln. Kommen dann Hörgeräte zum Einsatz, fällt es schwerhörigen Menschen meist schwer, die Flut der Geräusche und Töne voneinander zu unterscheiden. Manche Töne oder Tonfolgen, die sie teilweise schon länger nicht mehr gehört haben, können Hörgeräteträger nicht mehr richtig zuordnen. Das lernen sie wieder bei einem Hörtraining, und dazu auch, aus welcher Richtung die Geräusche kommen. Dank einer solchen Audiotherapie ist es möglich, störende Hintergrundgeräusche bewusst auszuschalten und damit Gesprächen besser folgen zu können. Das Hörtraining kann auch Tinnitus-Geplagten Erleichterung bringen.

Hörtraining für jeden wichtig

Auch wer noch kein Hörgerät tragen muss, kann sein Gehör immer wieder spielerisch trainieren. Wichtig ist, sich bei der Arbeit, zu Hause, beim Sport oder in der Freizeit nicht andauernd von Radio und CD-Spielern beschallen zu lassen. Es ist wohltuend, sprichwörtlich immer wieder abzuschalten und konzentriert zu hören, unterschiedliche Geräusche wahrzunehmen und zu erkennen, zum Beispiel beim Spazierengehen in der Natur. Es gibt weitere einfache Verhaltensregeln, um seine Ohren und sein Hörvermögen zu schützen. Wer zum Beispiel zu Ohrentzündungen neigt, sollte bei Zugluft oder Kälte eine Mütze oder ein Stirnband aufsetzen. und: Wasser in den Ohren schadet zwar nicht, lässt aber Bakterien leichter vordringen. Damit das Wasser nach dem Schwimmen besser aus dem Ohr ablaufen kann, empfiehlt es sich, ein paar Mal am Ohrläppchen zu ziehen, dabei den Kopf zur Seite neigen.

Schwerhörigkeit bei Kindern

Die Diagnose Schwerhörigkeit ist bei Kindern schwierig zu stellen, denn gerade in den ersten Lebensjahren sind die Kleinen nicht in der Lage, ihre Einschränkung zu kommunizieren. Deshalb empfiehlt es sich, die gesetzlichen Untersuchungen, vor allem das Neugeborenen-Hörscreening, in Anspruch zu nehmen. Experten können dann schnell für Klarheit sorgen. Fast die Hälfte aller Schwerhörigkeiten bei Kindern ist angeboren, beziehungsweise vererbt. angeborene Schwerhörigkeit definiert sich über die Zeiträume vor der Geburt, während der Geburt oder innerhalb der ersten sechs Monate.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.