Zahl der Keuchhusten-Kranken in Bayern steigt - niedrige Zahlen aus der nördlichen Oberpfalz
Vorbeugen statt husten und keuchen

"In Weiden und dem Landkreis hält sich der Keuchhusten in Grenzen." Zitat: Dr. Thomas Holtmeier, Gesundheitsamt Neustadt
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Bayern
05.04.2018
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Amberg/Tirschenreuth/Weiden. Bayerns Gesundheitsministerium warnt: Dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wurden bis zum 26. März bereits 970 Keuchhusten-Fälle gemeldet, 34 mehr als im Vorjahr. Die meisten Erkrankungen (480 Fälle) sind in Oberbayern erfasst, 61 Erkrankte gibt es in der Oberpfalz. Die Gesundheitsministerin Melanie Huml warnt deshalb: "Keuchhusten ist hochansteckend. Nur eine Impfung bietet wirksamen Schutz."

Entwarnung aus der nördlichen Oberpfalz: "In Weiden und dem Landkreis Neustadt hält sich das Aufkommen in Grenzen. Deutlich geprägt waren wir dagegen von der Influenza-Welle", betont Thomas Holtmeier vom Gesundheitsamt. In der Stadt Weiden sei seit Anfang des Jahres eine Person an Keuchhusten erkrankt, im Landkreis vier. Auch in der Stadt Amberg ist eine Erkrankung bekannt, im Landkreis fünf. "Momentan sehen wir keine Hinweise darauf, dass der Keuchhusten umgeht", sagt Roland Brey vom Amberger Gesundheitsamt beim Blick auf die Statistik. "Zudem sind dieses Jahr wenig Kinder krank geworden, sondern überwiegend Menschen zwischen 30 und 80." Von ähnlichen Erfahrungen berichtet der Tirschenreuther Kinderarzt Stefan Krell. Trotzdem warnt er: "Für Babys ist eine frühe Grundimmunisierung wichtig. Keuchhusten im Säuglingsalter kann das Atemzentrum beeinträchtigen, im schlechtesten Fall hört das Baby auf zu atmen."

"Wichtig ist, das sich die Eltern, vor allem beim ersten Kind, schon früh über die Impfungen informieren", sagt Krell. Im Hinterkopf müsse man behalten, dass die Impfung gegen Keuchhusten keinen lebenslangen Schutz biete, nach fünf Jahren nehme die Wirkung ab. "Gerade bei Familien, die komplett ungeimpft sind, kann es zu einer rasanten Ausbreitung der Bakterien kommen, steckt sich ein Kind an."

Trockener Husten, wochenlange und krampfartige Anfälle und Appetit- und Schlaflosigkeit: Mit diesen Symptomen sitzen die Keuchhusten-Patienten dann in den Wartezimmern. Stefan Krell empfiehlt deshalb auch Erwachsenen die Auffrischung der Diphtherie-Tetanus-Impfung mit der Keuchhusten-Komponente - und zwar alle zehn Jahre. Die Impfung sei sehr verträglich: "Man spürt meist nur Muskelkater."

Grippe-ImpfungGesetzlich versicherte Patienten bekommen künftig bessere Grippe-Impfungen von der Kasse bezahlt. Der Gemeinsame Bundesausschuss aus Spitzenvertretern von Ärzten, Kassen und Kliniken beschloss am Donnerstag in Berlin, dass in der kommenden Grippesaison ein neuer Vierfach-Impfstoff zu verwenden ist. Umgesetzt wird damit eine Empfehlung des Robert Koch-Instituts. In der aktuellen Grippe-Saison hilft der Dreifach-Impfstoff laut Experten teils nur bedingt, weil er weniger Virenstämme abdeckt. Die Schutzimpfungen sind seit 2007 Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. In der jetzigen Grippewelle habe die durchschnittliche Wirksamkeit bei 46 Prozent gelegen. Das sei angesichts der üblichen Schwankungsbreite von 20 bis 60 Prozent relativ gut. (dpa)


In Weiden und dem Landkreis hält sich der Keuchhusten in Grenzen.Dr. Thomas Holtmeier, Gesundheitsamt Neustadt
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