Zeugnis der Eisenbahn-Geschichte
160 Jahre alte Brücke wird für Sanierung abgebaut

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Bayern
29.08.2017
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Kempten. Seit mehr als 160 Jahren fließt die Iller in Kempten unter der König-Ludwig-Brücke hindurch. In dieser Zeit haben unzählige Zugpassagiere und später Autos, Radfahrer und Fußgänger sie passiert. Vor vier Jahren allerdings wurde das historisch bedeutende Holzbauwerk gesperrt. "Die Standsicherheit war nicht mehr ausreichend", sagt Kemptens Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann. Das soll sich ändern. In wenigen Tagen wird sie mit großem Aufwand in drei Teile geteilt und abgebaut, um sie anschließend zu sanieren. "Das wird ein Riesenspektakel", sagt Wiedemann. Die gut 120 Meter lange Brücke gilt als einzigartiges Denkmal des frühen Eisenbahnzeitalters. Die Fachwerk-Bauweise wurde von dem amerikanischen Ingenieur William Howe entwickelt. Stefan Winter von der TU München weiß, was der Brücke fehlt: "Sie steht relativ exponiert und bekommt viel Schlagregen ab. Dadurch verrotten die Anschlüsse." Um die schadhaften Holzteile auszutauschen, wird die Brücke in drei Felder geschnitten, die von der parallel verlaufenden Autobrücke aus von zwei Schwerlastkränen ausgehoben werden. Tieflader bringen die Teile auf einen nahegelegenen Parkplatz. Dort wird die Brücke saniert und anschließend - voraussichtlich Ostern 2018 - wieder eingebaut. Die Kosten belaufen sich auf 5,2 Millionen Euro. Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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