19.09.2017 - 10:56 Uhr
Deutschland & Welt

Polizei sprengt zwei Drogendealer-Banden: 27 Festnahmen in Oberfranken Haschisch in Fladenbrot versteckt

Bamberg/Berlin/Stuttgart. Zwei Drogendealer-Banden hatten die Bamberger Umgebung mit Betäubungsmitteln versorgt. Ihrem Treiben setzten Rauschgiftfahnder der oberfränkischen Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Bamberg ein Ende. Wie sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung informierten, nahmen sie 27 tatverdächtige Männer in Oberfranken fest.

Die Dealer versteckten in Fladenbroten Haschischplatten. Bilder: Polizeipräsidium Oberfranken (4)
von Marion Espach Kontakt Profil

Die Ermittler stellten insgesamt über zehn Kilo Haschisch, 100 Ecstasy-Tabletten und kleinere Mengen an Marihuana sicher. Die Drogenpezialisten der Kriminalpolizei wurden bei anderen Strafverfahren auf die illegalen Geschäfte der Männer aufmerksam. Da die Beamten verdeckt ermittelten, gewannen sie nach und nach Erkenntnisse über weitere mögliche Verdächtige und ihre Organisationsstruktur.

Dealer aus Verkehr gezogen

Als die Beamten Anfang April 2017 mitbekamen, dass ein heute 30-Jähriger aus dem  Bamberger Raum zur Drogenbeschaffung nach Berlin fahren wollte, hefteten sich die Drogenfahnder gemeinsam mit Berliner Kollegen an seine Fersen. Auf der Rückfahrt nahmen sie den Mann und seinen 22-jährigen Begleiter auf dem  Parkplatz Rotmaintal auf der A70 (Kreis Kulmbach) schließlich fest. Im Gepäck der Reisenden entdeckten die Polizisten rund 1,5 Kilo Haschisch.

Der Ältere hatte in seiner Wohnung außerdem weitere Drogen und eine größere Menge Bargeld versteckt. Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass er als Großdealer im Raum Bamberg aktiv war. Anschließend wurde die Polizei auf einen 21 Jahre alten Drogenkurier aus der Bamberger Umgebung sowie auf einen 19-jährigen Bamberger Kleindealer aufmerksam.

Polizei spürt Lieferanten auf

Ende Mai 2017 kontrollierten Zivilbeamte vier Männer im Alter von 16 bis 30 Jahren an einer Haltestelle für einen Fernreisebus im Bamberger Stadtgebiet. Dabei entdeckten die Mitarbeiter der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt bei einem der Reisenden rund zwei Kilo Haschisch, die der Mann in seinem Gepäck verstaut hatte. Gegen die vier Tatverdächtigen und einen weiteren Komplizen aus Bamberg ergingen daraufhin auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaftbefehle.

Die Festnahmen führten die Beamten zu weiteren bandenmäßig strukturierten Dealern. Gleichzeitig konnten die Drogenfahnder die Herkunft der Betäubungsmittel klären und gemeinsam mit der Berliner Polizei den Lieferanten in der Bundeshauptstadt ausfindig machen. Auch er sitzt inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt ein. Bei Durchsuchungen stießen die Fahnder auf weiteres Beweismaterial sowie auf Drogengelder in Höhe von mehreren tausend Euro.

Im Visier der Ermittler

Parallel zu diesem Verfahren  stießen die Spezialisten  auf eine weitere  bandenmäßig organisierte Gruppe im Raum Bamberg. Auch sie soll im großen Stil mit  Betäubungsmitteln gehandelt haben. Nachdem sich der Tatverdacht gegen diese Gruppe erhärtet hatte, suchten die Kriminalbeamten Anfang Mai 2017 mit staatsanwaltschaftlich beantragten Durchsuchungsbefehlen die Verdächtigen im Alter von 18 bis 23 Jahren Anfang Mai 2017 zu Hause auf. Dabei stellten sie zahlreiche Beweismittel, darunter auch einige Gramm Haschisch, sicher. Gegen zwei in Bamberg und einen in Lichtenfels wohnhaften Tatverdächtigen ergingen daraufhin Untersuchungshaftbefehle.

Die verdeckten Ermittlungen führten zu weiteren Festnahmen: Auch diesmal stießen die Ermittler dabei auf Informationen zu weiteren Komplizen des eng vernetzten Dealer-Rings. So führte eine heiße Spur Anfang Mai 2017 die Polizisten zu zwei Männern (35 und 37 Jahre). Sie waren gemeinsam auf der Autobahn A9 in Richtung Süden unterwegs, als die Drogenfahnder sie an der Rastanlage Frankenwald auf der Autobahn A9 im Landkreis Hof festnahmen. In ihrem Auto hatten sie drei Kilogramm Haschisch, das sie  in Berlin beschafft hatten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bamberg erging gegen die Männer Untersuchungshaftbefehl.

Drei Wochen später gingen der Polizei zwei weitere Drogenkuriere ins Netz, die mit dem Zug nach Bamberg reisten und rund zwei Kilogramm Haschisch im Gepäck hatten. Die beiden 22 Jahre alten in Berlin wohnhaften Männer landeten in U-Haft. Eine Woche später klickten die Handschellen bei zwei Männern zwischen 22 und 28 Jahren, die im Zug saßen und etwa 500 Gramm Haschisch nach Bamberg liefern wollten. Die Reisenden hatten fünf Haschischplatten raffiniert in einem mehrlagigem Fladenbrot versteckt. Ihren 37-jährigen Auftraggeber machten die  die Polizisten anschließend im Bamberger Stadtgebiet ausfindig und nahmen ihn ebenfalls fest. Auch gegen dieses Trio ordnete der Ermittlungsrichter Untersuchungshaft an.

Haschisch im Gepäck

Bandenmitglieder, die noch auf freiem Fuß waren, betrieben ihre Drogen-Geschäfte trotz der Festnahmen weiter.  So kamen die Drogenfahnder Anfang Juni auf die Spur eines 31-Jährigen, der über 1,3 Kilo Haschisch von Lieferanten in Stuttgart besorgte. Noch auf der Rückfahrt nahmen Zivilbeamte den in Nürnberg wohnenden Mann in einem Zug fest. Er sitzt inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt ein. Auch die drei Stuttgarter Drahtzieher des Rauschgiftgeschäfts konnten von den dortigen Drogenfahndern ermittelt und festgenommen werden.

Da sich der Tatverdacht gegen weitere Abnehmer und Komplizen innerhalb der Organisation verhärtet hatte, erwirkte die Staatsanwaltschaft auch Haftbefehle gegen diese Personen. Nach der Durchsuchung von drei Wohnungen im Kreis Bamberg und zwei im Stadtgebiet Mitte Juni nahmen die Polizisten fünf Personen im Alter von 21 bis 36 Jahren fest. Zusätzlich stellten die Beamten in deren Wohnungen kleinere Mengen Rauschgift, Bargeld und Beweismittel sicher. Bei der Festnahme eines  Tatverdächtigen erlitt ein Beamter leichte Verletzungen. Der Festgenommene biss dem Polizisten ins Bein.

Mitte Juli 2017 erließ die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen zwei 19 und 22 Jahre alte Männer aus Coburg und einem 18-Jährigen aus dem Landkreis Bamberg, gegen die sich der Tatverdacht im Rahmen der Ermittlungsarbeit der Kriminalbeamten ebenfalls erhärtet hatte. Die drei wurden in Justizvollzugsanstalten eingeliefert. Anfang Oktober 2017 sollen die ersten Gerichtsverhandlungen gegen die Verdächtigen beginnen. Die Drogenfahnder ermitteln immer noch gegen weitere mögliche Beteiligte.

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