Bayern feiert weitgehend friedlich ins neue Jahr
Mehr Einsatzkräfte unterwegs

Nur wenige Feuerwerksraketen durchdrangen in der Silvesternacht den Nebel über der Innenstadt von München. (Foto: dpa)
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Bayern
01.01.2017
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2016 startete in Bayern mit Terroralarm. Es folgten Anschläge. Andernorts waren Grapscher in der Silvesternacht unterwegs. Daher hatte die Polizei dieses Mal die Sicherheitskonzepte neu konzipiert. Und eine erste Bilanz klingt positiv.

München/Nürnberg. Mit lauten Böllern und bunten Raketen haben die Menschen in Bayern bei frostigen Temperaturen das neue Jahr begrüßt. Auf öffentlichen Plätzen und Feiern blieb es nach ersten Angaben der Polizei friedlich. Hinweise zu Übergriffen auf Frauen, wie sie im vergangenen Jahr etwa in Köln Thema waren, gab es nach ersten Erkenntnissen von Polizeisprechern in den drei größten bayerischen Städten - München, Nürnberg und Augsburg - nicht.

«Es ist Silvester, da ist immer ein erhöhtes Einsatzaufkommen», sagte beispielsweise ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Nord gegen 0.30 Uhr. Somit sei es «eine ganz normale Silvesternacht». Ein Sprecher in München ergänzte, ebenfalls wie üblich seien zahlreiche Brände gemeldet worden - darunter sei aber nichts Größeres. Eine Sprecherin des Tollwood-Festivals in der Landeshauptstadt, wo mit mehr als 6500 Besuchern eine der größten Silvesterpartys im Freistaat stieg, sprach ebenso von einer guten Stimmung ohne Zwischenfälle.

Mehr Einsatzkräfte unterwegs

Nach den Terroranschlägen in Würzburg und Ansbach sowie zuletzt kurz vor Heiligabend auf einem Berliner Weihnachtsmarkt hatte die Polizei in mehreren bayerischen Städten die Sicherheitskonzepte erneuert. So sollten unter anderem mehr Einsatzkräfte unterwegs sein. In der Silvesternacht 2015/2016 hatte in München zudem eine Terrorwarnung gegolten, unter anderem hatte die Polizei zwei Bahnhöfe gesperrt.

Ein blutiger Zwischenfall ereignete sich gut eine Stunde vor Mitternacht in Nürnberg: Dort lag ein stark blutender Mann auf einer Straße. Nach unterschiedlichen Angaben hatte er Verletzungen am Oberkörper oder im Halsbereich erlitten. Er kam in ein Krankenhaus. Die Hintergründe zu dem Vorfall waren aber zunächst völlig unklar.

Feuerwehrmann in Augsburg mit Silvesterrakete beschossen

Ein Feuerwehrmann ist in Augsburg nach ersten Erkenntnissen gezielt von hinten mit einer Silvesterrakete beschossen worden. Der Mann sei in der Nacht unter anderem am Auge verletzt worden, teilte ein Sprecher am Sonntag mit. Auch die Rettungskräfte der Berufsfeuerwehr, die dem Mann helfen wollten, sei durch Silvesterkracher und -raketen beschossen und behindert worden. Der Feuerwehrmann habe trotz der Verletzung weitergearbeitet, um Probleme bei der Besetzung zu vermeiden.

«Ich bin schockiert, wenn Mitbürger Silvesterraketen auf Mitmenschen richten. Es macht mir traurig und fassungslos, Kollegen werden behindert, wenn sie helfen wollen», schrieb Sprecher Friedhelm Bechtel. Er sei maßlos enttäuscht, meinte aber: «Wir werden - und ich weiß hinter mir stehen geschlossen alle Feuerwehrleute - auch 2017 ohne jegliche Unterscheidung jeder Mitbürgerin und jedem Mitbürger gerne helfen und dazu noch unser eigenes Leben aufs Spiel setzen.»
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