08.09.2017 - 00:10 Uhr
Deutschland & Welt

Gesund durch die Lehre - Worauf Auszubildende im Betrieb achten sollten Alles fit? So soll es sein!

Auch Lehrlinge werden mal krank - manchmal ist ihr eigenes Verhalten die Ursache, manchmal hat der Arbeitgeber nicht aufgepasst. Wer auf sich selbst Acht gibt, ist schon mal ganz gut gut gerüstet.

Arbeitsunfällen vorbeugen: Azubis müssen von ihrem Arbeitgeber eine persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt bekommen. Bild: tmn/ Andreas Gebert
von Azubi 2018Profil

Mit der Ausbildung beginnt für viele junge Menschen der Ernst des Lebens. Sie müssen nicht nur jeden Tag pünktlich und zuverlässig ihre Aufgaben erledigen, sie sind auch noch mehr als bisher für ihre Gesundheit verantwortlich. Denn wer krankheitsbedingt fehlt, verpasst wichtige Ausbildungsinhalte und schafft am Ende deswegen vielleicht seine Prüfungen nicht.

Daher sollten sich Azubis gut überlegen, ob sie jeden Abend feiern gehen können und wie sie während der Lehre dauerhaft fit bleiben.

Denn das ist oft nicht der Fall: "Jüngere Beschäftigte sind häufiger krank als ältere", erklärt Andreas Tautz von der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM). Meistens fielen die Jungen allerdings nur kurzfristig aus.

Auf sich selbst achten

Während Tautz die häufigeren Krankheitsfälle unter anderem als eine "Frage der Freizeitgestaltung" sieht, vermutet Anette Wahl-Wachendorf mitunter auch ein bisschen jugendliche Unvernunft als Ursache: Schwitzen unerfahrene Jugendliche bei der Arbeit, wechseln sie danach nicht unbedingt das Shirt, beobachtet die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). Und dann droht ganz schnell mal eine Erkältung mit Fieber und allem Drum und Dran. Auch Unfälle sind ein Grund für Krankschreibungen. "Azubis haben im Durchschnitt häufiger Arbeitsunfälle als ältere Arbeitnehmer", sagt Stefan Boltz von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Lehrlinge kennen sich oft mit den Sicherheitsvorschriften noch nicht so gut aus und haben keine Routine. "Bei jüngeren männlichen Azubis dürften außerdem emotionale Faktoren eine Rolle spielen", ergänzt Boltz. Sie stünden oft unter Druck, sich etwas beweisen zu müssen - und neigen dann zu Leichtsinn.

"Das Wichtigste ist daher die Schulung und die Unterweisung zum Arbeitsschutz." Ein Arbeitgeber sei aber nicht nur verpflichtet, seinen Mitarbeiter zum Beispiel in den richtigen und sicheren Umgang mit Maschinen oder Hygienevorschriften einzuweisen. Er müsse auch eine persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung stellen.

Dazu gehören etwa Handschuhe, wenn jemand mit Chemikalien arbeitet, Gehörschutz, wenn es sehr laut ist, und eine Schutzbrille beim Schweißen. Auch ein Mundschutz kann etwa bei einem Job im Krankenhaus nötig sein.

Manchmal kann ein Gesundheitsproblem den Wunschberuf allerdings auch komplett verhindern: Vor der Einstellung müssen nämlich unter 18-Jährige zur Jugendarbeitsschutzuntersuchung.

Geht das überhaupt?

"Dabei wird geprüft, ob Erkrankungen vorliegen, die den Einsatz im Ausbildungsberuf gegebenenfalls unmöglich machen", erklärt Tautz.

"Es geht grundsätzlich nicht darum, auszusieben, sondern dient ausschließlich dem Schutz des Jugendlichen." Als Beispiel nennt er die Fähigkeit, Farben voneinander unterscheiden zu können.

Nur so können nämlich etwa Elektriker oder Mechatroniker auch die Kabelfarben auseinanderhalten, um Geräte richtig und sicher zusammen- oder auseinander zu bauen.

Andere gesundheitliche Beschwerden zeigen sich erst im Laufe der Zeit. Zwar klagen heutzutage auch junge Menschen immer öfter über Rückenschmerzen, doch die Ursachen dafür sind oft schon im Leben vor der Ausbildung zu suchen: zu wenig Bewegung, eine unausgewogene Ernährung und damit verbundenes Übergewicht.

"Das drückt sich in mangelnder Körperbeherrschung aus und kann zu Unfällen führen", warnt Tautz. Um Rückenprobleme zu vermeiden, empfiehlt Boltz, im Job unbedingt vorhandene Hilfsmittel zu nutzen - in einem Pflegeberuf etwa eine Hebevorrichtung zum Umlagern von Patienten.

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