02.04.2018 - 12:28 Uhr
Deutschland & Welt

Große Schäden bei Bränden am Osterwochenende Polizei und Feuerwehren im Dauereinsatz

Es waren diesmal nicht nur die traditionellen Osterfeuer, die brannten. Auch Feuer in Häusern, Fabriken und Wäldern beschäftigten am langen Wochenende die Einsatzkräfte. Und nicht immer dürften die Brände technische Ursachen gehabt haben.

Dichter schwarzer Rauch steigt über einer Fabrik in der Gummi und Kunststoffe verarbeitet werden auf.
von Agentur DPAProfil

Bei zahlreichen Bränden in Bayern ist am Osterwochenende teils hoher Sachschaden entstanden. Einige Personen wurden meist leicht verletzt. Einen Einsatzschwerpunkt gab es dabei für die Einsatzkräfte im unterfränkischen Stockstadt an der Landesgrenze zwischen Bayern und Hessen. Dort brannte es am Sonntag gleich zweimal innerhalb weniger Stunden.

Zuerst brannte es in einer Papierfabrik, dabei entstand laut Polizei ein Schaden von mehreren Zehntausend Euro. Ursache war vermutlich ein technischer Defekt, verletzt wurde niemand. Das Feuer war an einer Hackschnitzelanlage ausgebrochen. Die firmeneigene Werksfeuerwehr sowie freiwillige Feuerwehren aus Stockstadt und Großostheim konnten das Feuer schließlich löschen.

Feuerwehren mit 600 Einsatzkräften gefordert

Wenig später brach in einer Firma, in der Kunststoffe und Gummi verarbeitet werden, ein Feuer aus. Die Feuerwehren waren die ganze Nacht über zum Montag mit teilweise mehr als 600 Einsatzkräften vor Ort. Vier Feuerwehrleute wurden im Zuge der Löscharbeiten leicht verletzt. "Der Brand hat sich von außen in die Halle gefressen", berichtete ein Sprecher der Einsatzkräfte. Anwohner wurden zunächst aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Am Abend dann Entwarnung von der Feuerwehr: Messungen hätten ergeben, dass keine Gefahr für Menschen bestehe. "Wir rechnen mit einem hohen Sachschaden", sagte ein Polizeisprecher. Die Ursache für das Feuer war am Montag zunächst noch unklar. Einen Zusammenhang zwischen den beiden Bränden in Stockstadt sah die Polizei zunächst nicht.

"Brandserie" in Kulmbach

Geradezu eine Serie von Bränden gab es rund um das oberfränkische Kulmbach. Die Polizei prüft, ob es einen Zusammenhang zwischen den insgesamt vier Feuern seit Samstag gibt. In der Nacht zum Montag brannte im Stadtteil Wehrhaus ein unbewohntes Einfamilienhaus. "Das Feuer wurde absichtlich gelegt", teilte die Polizei mit. Den Schaden schätzten die Beamten auf rund 15.000 Euro. Am Sonntagmorgen stand an der Anschlussstelle Thurnau-Ost der A70 ein Anhänger in Flammen. Zuvor waren am Samstag nahe Ködnitz eine Holzerntemaschine und eine Waldhütte bei Leithen niedergebrannt. Die Feuerwehren des Landkreises Kulmbach waren mit mehreren Hundert Mann im Einsatz. Die Brandserie hat nach ersten Erkenntnissen bislang einen Schaden von mindestens 250.000 Euro verursacht. Die Polizei geht derzeit von Brandstiftung als Ursache für die Feuer aus.

Seniorin mit Rauchvergiftung

Beim Brand eines Einfamilienhauses im schwäbischen Weißenhorn (Landkreis Neu-Ulm) wurde eine 81 Jahre alte Bewohnerin verletzt. Die Frau habe am frühen Ostersonntag eine Rauchvergiftung erlitten, teilte die Polizei mit. Die Bewohnerin habe den Brand kurz nach Mitternacht bemerkt - ebenso wie Nachbarn, die der 81-Jährigen nach draußen halfen. Ersten Schätzungen zufolge liege der Schaden bei mindestens 100.000 Euro. Die Brandursache war zunächst unklar.

Erneut beschäftigten auch Brände in Wäldern im Münchner Südosten die Polizei. Zweimal brannten am Freitagnachmittag kurz hintereinander kleinere Flächen. "Wir wissen die Brandursache noch nicht", sagte ein Polizeisprecher. Brandstiftung sei nicht ausgeschlossen.

Rauch im Höhenkirchner Forst

Spaziergänger hatten am Karfreitag die Feuerwehr alarmiert, weil sie Rauch im Höhenkirchner Forst bei Hohenbrunn beobachtet hatten. Die Einsatzkräfte löschten ein Feuer auf einer Fläche von etwa 1600 Quadratmetern. Nicht einmal eine Stunde später wurde die Feuerwehr zu einem weiteren Brand in einem Wald bei Grasbrunn gerufen. Mehrfach waren Feuerwehr und Polizei in der Vergangenheit zu ähnlichen Bränden im Münchner Umland und insbesondere im Süden der Landeshauptstadt ausgerückt. Fast genau vor einem Jahr kam es binnen weniger Tage zu einer Serie von bis zu einem Dutzend womöglich absichtlich gelegter Brände auf Wiesen und in Wäldern.

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