In vielen Berufen ist einheitliche Kleidung gefragt - Schutzbekleidung: Berufsgenossenschaften ...
Für jeden Job das richtige Outfit

Einheitlicher Dress: In vielen Betrieben wird Wert darauf gelegt, dass die Mitarbeiter durch die Kleidung erkennbar sind. Bild: Boco/dpa/gms
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Bayern
08.09.2017
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Für jeden Job ist die passende Kleidung gefragt. Doch was zweckmäßig ist, sieht häufig nicht modern aus und umgekehrt. Außerdem: "Berufskleidung ist nicht zu verwechseln mit Schutzbekleidung", sagt Stefan Boltz vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG).

"Letztere dient dem Schutz der persönlichen Sicherheit." Militärs, Feuerwehrleute und Polizisten tragen bei der Arbeit Uniform. Aber auch auf Baustellen fällt die Kleidung ins Auge: Zimmerleute und Maurer haben Hosen mit außergewöhnlich breitem Schlag an.

"An dem Stoff kann man reiben bis die Finger blutig sind, man sieht es der Stelle nicht an", beschreibt Carsten Paulsen das höchst robuste Material. In seiner Näherei kaufen auch Handwerksgesellen auf der Walz ein.

Gefühl von Zusammengehörigkeit

Mit ihrer Kleidung demonstrieren die "Ehrbaren", deren Tradition auf das Mittelalter zurückgeht, die Zugehörigkeit zu einer Gruppierung und pflegen damit das, was mit sichtbarer "corporate identity" von Unternehmen vergleichbar ist.

In Supermärkten und vielen anderen Betrieben bis hin zu kleinen technischen Serviceleistern tragen die Beschäftigten das Firmenlogo sichtbar an ihrer speziell ausgewählten, oft einheitlichen Berufskleidung.

Uniformen geben Auskunft über die jeweilige Profession und Art der Tätigkeit. Ein Soldat oder Schiffsoffizier in schicker Ausgehuniform zeigt am Arbeitsplatz ein anderes Aussehen. Ähnlich ist es bei medizinischem Personal, das im OP-Saal ein völlig anderes Outfit hat als auf Station.

"Im Gastgewerbe sind die Namen des Betriebes auf Schürzen oder Westen gefragt", sagt Alfred Grages, Inhaber eines auf Gastronomiebekleidung spezialisierten Unternehmens. Und "Köche lassen sich ihren Namen auf die Jacke sticken."

Bei der Küchenarbeit brauchen sie manchmal schützende Kleidungsstücke: So verhindern beispielsweise Handschuhe aus Stahlnetz Verletzungen beim Steak-Schneiden oder Öffnen von Austern.

In Industrie- und Handwerksbetrieben herrschen arbeitsbedingt andere Kleiderordnungen. Viele schwere Unfälle entstehen, weil nicht die entsprechende Schutzausrüstung getragen wurde.

"Die Grundregel bei der Auswahl lautet: So viel Schutz wie nötig, so wenig Behinderung wie möglich", stellt Peter Paszkiewicz vom Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitsschutz (BGIA) fest.

Tragekomfort ist beim beruflichen Outfit ganz wichtig. "Sonst besteht die Gefahr, dass beispielsweise Helm oder Handschuhe als lästig empfunden und nicht verwendet werden", sagt der BGIA-Wissenschaftler. Stefan Boltz ergänzt:

"Ein Schutzhelm kann im Ernstfall eine Hirnschädigung verhindern." Ein weiterer Ärmel beim Service-Dress kann hübsch sein, jedoch ebenso Anlass für schwere Stürze wie unzureichendes Schuhwerk.

Nicht leichtsinnig sein

Leichtfertiger Umgang mit der Sicherheit am Arbeitsplatz kann auch schwere gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen. So stellte in einer Studie der Universität Leipzig der Mediziner Andreas Dietz fest: "Bauarbeiter leben mit dem Risiko, an Kehlkopfkrebs zu erkranken." Ein Hinweis darauf, wie wichtig Atemschutz auf den Baustellen ist.

Ausführliche Informationen über den richtigen Dress am Arbeitsplatz halten die jeweiligen Berufsgenossenschaften bereit, die als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung auch die Firmen bei Schutzmaßnahmen zur persönlichen Sicherheit der Beschäftigten unterstützen.

Dort erfährt man, dass auch gute Arbeitshandschuhe nicht allen Anforderungen genügen und Gummihandschuhe nicht in jedem Fall "dicht" sind - und dass bei bestimmten Arbeiten Schutzkleidung aus schwer entflammbarem Gewebe erforderlich ist.

Die Sicherheitsvorschriften für Bekleidung am Arbeitsplatz führten immerhin dazu, dass die Unfallhäufigkeit deutlich gesunken ist. Bei tödlichen Unfällen ging sie nach Informationen der Berufsgenossenschaften um 75 Prozent im Vergleich zu 1970 zurück.



Kommen Jugendliche in der Lehre nicht zurecht, ist die assistierte Ausbildung eine Option. Sie erhalten dann parallel zur Ausbildung Nachhilfe oder Unterstützung etwa durch Sozialpädagogen, erklärt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterstützung kommt beispielsweise in Betracht, wenn Auszubildende eine Lernschwäche, Schwierigkeiten mit der Sprache oder psychische Probleme haben.

Der Zusatzunterricht ist für die Jugendlichen kostenlos. "Ziel ist es, dass jeder Jugendliche, der eine Ausbildung beginnt, das Ausbildungsziel auch erreicht", erklärt Ebsen.

Einen Anspruch auf die Unterstützung hat man nicht. Es sei eine Ermessensentscheidung des Berufsberaters, eine assistierte Ausbildung zu gewähren, erklärt Ebsen. Wichtig sei, sich bei Problemen in der Ausbildung frühzeitig um Unterstützung zu kümmern. Sowohl der Betrieb als auch die Jugendlichen könnten die Berufsberater bei der Arbeitsagentur auf die assistierte Ausbildung ansprechen. Treten die Probleme bereits im ersten Lehrjahr auf, die Beteiligten bitten aber erst im zweiten Lehrjahr um Hilfe, wurde oft schon viel Lernstoff und Zeit verpasst.

Das Modell assistierte Ausbildung ist noch relativ neu. Im Jahr 2015/2016 hatte die Bundesagentur für Arbeit 5400 Plätze dafür bereitgestellt. (tmn)
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